Seit Tagen kämpft der gestrandete Buckelwal um sein Leben. Nun meldet sich mit Sarah Connor auch eine ausgewiesene Liebhaberin der Meeressäuger zu der Tragödie zu Wort.
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Was wurde nicht schon alles versucht, um den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal zu retten? Und wie viele Helfer haben sich nicht schon darum bemüht, das Tier doch noch irgendwie zur Rückreise ins offene Meer zu animieren? Vergebens. Mittlerweile hängt der Wal bereits seit Anfang April in der Bucht von Poel fest, der mutmaßlich letzten Station seines wochenlangen Irrwegs.
Nun hat sich mit Sarah Connor auch eine ausgewiesene „Hobby-Meeresbiologin und Aktivistin“, wie sie sich selbst bezeichnet, zu dem Drama zu Wort gemeldet. Tatsächlich ist die Sängerin nicht nur für ihre Pferdeliebe bekannt, auch die Meeressäuger haben es ihr schon seit längerer Zeit angetan.
So gründete Connor etwa 2024 eine Stiftung, die sich für den Schutz der iberischen Orcas einsetzt. Ein Jahr darauf präsentierte sie eine Dokumentation unter dem Titel „Unter Orcas“. Die Musikerin setzt sich ebenso in der Zusammenarbeit mit der Tierrechtsorganisation Peta für die Wale ein, wie sie regelmäßig die Reichweite ihrer Social-Media-Kanäle für das Thema nutzt.
Hunderte Nachrichten am Tag zum Thema Wal
„Ich verstehe eure Anteilnahme und Sorge um den gestrandeten Buckelwal“, wandte sich Connor jetzt an die rund eine Million Followerinnen und Follower auf ihrer Instagram-Seite. „Ich bekomme momentan Hunderte Nachrichten dazu jeden Tag“, machte sie deutlich, dass ihre Expertise als Walflüsterin offenbar bei vielen Menschen gefragt ist.
„Ich habe schon mehrfach gestrandete und verendete Wale gesehen. Orcas, Grau- und Buckelwale. Das passiert in der Natur nicht selten“, berichtete die 45-Jährige dann auch erst einmal von ihren bisherigen Erfahrungen. „Es ist natürlich immer interessant, die Ursache herauszufinden“, fuhr sie fort. „War er vorerkrankt?“, sei etwa eine der entscheidenden Fragen. Oder: „War es das Netz im Maul?“ Und: „War er schon geschwächt?“
Connor räumte ein: „Wir wissen es nicht.“ Zugleich ging sie auf die Schwierigkeiten bei all den Rettungsversuchen ein. „Das Netz im Maul des Wals … man kann es nicht ohne Weiteres rausziehen, denn niemand weiß, ob der Wal bereits große Mengen davon im Magen hat, und ob es sich um die Organe gelegt hat“, erläuterte sie. Würde man das Tier freibuddeln und aus dem Priel ziehen, würde es wahrscheinlich andernorts erneut stranden, mutmaßte Connor. „Wenn das Tier die Aktion und den Stress in seinem Zustand überhaupt überlebt.“ All das würde die Überlebenschancen des Wals senken.
„Was lernen wir daraus?“
Was gerade dort in der Ostsee geschehe, sei „zu einem gewissen Teil die Natur“, so Connor. „Aber eben auch ein Symbol für die Invasion des Menschen in das Ökosystem Meer“, fügte sie unter Hinweis auf die umhertreibenden Netze hinzu, die jährlich Millionen Meerestieren den Tod brächten.
„Die Frage ist doch: Was lernen wir daraus?“, schlussfolgerte die Sängerin. Jeder könne etwas tun, indem er etwa „weniger oder am besten gar keinen Fisch“ esse, auf „nachweislich nachhaltig gefangenen Fisch (obwohl es so was eigentlich gar nicht gibt)“ achte oder Petitionen „gegen das Massenfischen in Grundschleppnetzen“ unterschreibe.
Was den gestrandeten Wal in der Ostsee angeht, verkündete Connor eine eher düstere Prognose. „Ein Buckelwal hat eine dicke Fettschicht, die man Blubber nennt, und kann mehrere Wochen bis Monate ohne Futter auskommen. Es kann also sein, dass dieser Wal dort noch sehr lange so verharren wird“, machte sie deutlich, dass der Todeskampf des Tiers noch eine ganze Weile andauern könnte.
Kritische Kommentare
Auch sie habe leider kein „Super-Woman-Cape", das sie sich umwerfen könne, um dem Wal zu helfen, machte die Musikerin deutlich. „So gerne ich in meinen Wetsuit springen und den Wal befreien würde … Ich kann ihm nicht helfen. Und wohl auch niemand anders mehr“, lautete ihre bittere Bilanz.
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Eine Bilanz, die allerdings nicht allen ihrer Fans gefällt. Prompt weht ihr in der Kommentarspalte auch Gegenwind von Followerinnen und Followern entgegen, die sich mit dem Kreislauf des Lebens schlicht nicht abfinden können. „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe“, wird Connor etwa entgegengehalten. Oder: „Und ich dachte, du hast ein Herz für Wale, traurig!“ Es gibt aber auch einige rationale Reaktionen der Marke: „Danke für deine vernünftigen Worte.“
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