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Abfallwirtschaft: Deutsche verdienen am italienischen Müll

Deutsche Müllentsorger verdienen kräftig am Abfallnotstand in Neapel. Bis zu 200.000 Euro täglich verdienen einem Zeitungsbericht zufolge Firmen aus Leipzig und Bremerhaven, die den Müll aus Italien verbrennen. Allerdings gibt es auch Kritik an dem Abfalltourismus.

Täglich rollen zwei Züge aus Neapel nach Leipzig und Bremerhaven. Ihre stinkende Fracht besteht aus 1500 Tonnen Abfall, der in Italien nicht entsorgt werden kann. Die deutschen Entsorger Remondis in Bremerhaven und die Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft in Cröbern bei Leipzig haben Kapazitäten frei in ihren Müllverbrennunganlagen, und können auch noch die Säcke aus Italien verfeuern. Und sie verdienen auch gut daran. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge bekommen die Entsorger aus Bremerhaven und Leipzig dafür jeden Tag 200.000 Euro aus Italien.

Der Müll aus Italien ist nur ein kleiner Teil dessen, was in deutschen Verwertungsanlagen entsorgt wird. Im Jahr 2006 hat Deutschland insgesamt etwa 18 Millionen Tonnen Abfall aus dem Ausland entsorgt, berichtet die "SZ". Selbst produzieren die Deutschen jedes Jahr 340 Millionen Müll. "Wir haben in Deutschland die nachweislich modernsten Anlagen mit den höchsten Umweltstandards", sagte Stephan Harmening, Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Entsorgungswirtschaft, dem Blatt. Kritik am internationalen Mülltourismus kommt von den Umweltverbänden. So heißt es bei der Deutschen Umwelthilfe, Abfälle müssten dort getrennt, behandelt und entsorgt werden, wo sie entstünden.

bam