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Abhörskandal um Murdochs Konzern: FBI ermittelt gegen NewsCorp

Der Skandal um die illegalen Bespitzelungen bei "News of the World" erreicht die USA: Auch in den Staaten werden Vorwürfe laut, dass Reporter aus dem Hause Murdoch Telefone angezapft haben sollen. Das FBI ermittelt.

Für Medienmogul Rupert Murdoch wird es wegen des Abhörskandals auch in seiner Wahlheimat USA immer enger. Der Medienkonzern News Corp von Rupert Murdoch ist nun auch ins Visier der US-Bundespolizei FBI geraten. Der Vorwurf, auch in den USA seien Telefone angezapft worden, sei dem FBI bekannt und es seien Ermittlungen eingeleitet worden, sagte eine FBI-Sprecherin in New York am Donnerstag. Eine Sprecherin des US-Justizministeriums wollte sich zu den Ermittlungen nicht näher äußern und sagte lediglich, wenn es Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten gebe, werde darauf stets mit "angebrachten Maßnahmen" reagiert.

Mehrere US-Senatoren hatten zuvor Ermittlungen auch in den USA verlangt. In einem Brief forderten sie die Behörden auf, Vorwürfen nachzugehen, wonach Journalisten Telefongespräche von Opfern der Terroranschläge vom 11. September 2001 abgehört haben sollen. In den USA gehört unter anderem der konservative Fernsehsender Fox News zum Medienimperium Murdochs. News Corp lehnte eine Stellungnahme ab. Die Nachricht belastete die Aktie des Medienkonzerns, die im Verlauf 3,3 Prozent im Minus lag.

Murdochs Sohn will Briten um Entschuldigung bitten

In Großbritannien kündigte James Murdoch, Europa-Chef des Medienkonzerns News Corp., an, es würden in den Wochenendausgaben aller landesweit erscheinenden Zeitungen Anzeigen geschaltet. "Das Unternehmen hat Fehler gemacht", schrieb der Sohn des Medienmoguls Rupert Murdoch in einer Notiz an die Mitarbeiter von News International.

"Wir werden uns bei der Nation entschuldigen für das, was passiert ist", sagte James Murdoch am Freitag in London. Zusätzlich würden Briefe an die Anzeigenkunden verschickt, in denen genau dokumentiert sei, welche Schritte zur Lösung der Krise unternommen worden seien. Bei ihrem Auftritt vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss am kommenden Dienstag wollen er und sein Vater Rupert Murdoch aber auch "Dinge geraderücken".

Unterdessen gab die Verlagsholding News International bekannt, an die Stelle der zurückgetretenen Verlagsmanagerin Rebekah Brooks werde der bisherige Chef von Sky Italia, Tom Mockridge, rücken. Der Neuseeländer hat wie Brooks seine Karriere als Zeitungsjournalist begonnen. James Murdoch hält ihn für die "beste Person, um das Unternehmen in eine bessere Zukunft" zu führen.

liri/DPA / DPA