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Abhörskandal bei News Corp.: Murdoch zieht Übernahmeangebot für BSkyB zurück

Der Medienkonzern News Corp. von Rupert Murdoch will die britische Senderkette BSkyB nicht übernehmen. Damit reagiert der Unternehmer auf eine Forderung der britischen Politik.

Angesichts wachsender Kritik an dem Medienimperium von Rupert Murdoch wegen des Abhörskandals um die Boulevardzeitung "News of the World" hat der Konzern sein Übernahmegebot für den britischen Sender BSkyB zurückgezogen. Murdochs Medienunternehmen News Corporation bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht des Nachrichtensenders SkyNews. Die geplante vollständige Übernahme des Bezahlsenders BSkyB durch News Corporation war infolge der jüngsten Enthüllungen in der Abhöraffäre um das am Sonntag eingestellte Boulevardblatt zunehmend umstritten.

Das Parlament in London sollte sich am Mittwoch mit einem Antrag der oppositionellen Labour-Partei befassen, der den Medienmogul auffordert, von der Übernahme Abstand zu nehmen. Auch die Koalitionsregierung von Premierminister David Cameron hatte ihre Unterstützung für den Antrag durchblicken lassen.

Am Montag hatte Kulturminister Jeremy Hunt das Übernahmeangebot bereits zur Prüfung an die Wettbewerbsbehörde überwiesen. Kritiker befürchteten im Fall der Übernahme von BSkyB die weitere Stärkung des ohnehin bereits erheblichen Einflusses von News Corp. in Großbritannien.

fro/AFP / AFP