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Ägypten: Erneuter Anschlag auf Pipeline nach Israel

Das politische Klima zwischen Israel und Ägypten ist seit Wochen angespannt. Nun kam es wieder zu einem Anschlag auf eine ägyptische Gasleitung auf der Sinai-Halbinsel. Sie versorgt Israel mit Gas. Es ist bereits der sechste Angriff seit Mubaraks Rücktritt.

Unbekannte Angreifer haben einen Anschlag auf eine ägyptische Gas-Pipeline auf der Sinai-Halbinsel verübt. Bei der Explosion im Norden der Halbinsel in der Nacht zum Dienstag sei ein Mensch verletzt worden, berichteten Augenzeugen. Es handelt sich um den sechsten Anschlag auf die Pipeline seit dem Rücktritt von Präsident Husni Mubarak im Februar.

Drei bewaffnete Männer sollen demnach von einem Lieferwagen aus Schüsse auf die Pipeline abgefeuert haben. Der Anschlag ereignete sich in der Nähe der ägyptischen Stadt El Arisch.

Die Erdölleitung ist seit dem Rücktritt von Präsident Husni Mubarak bereits mehrmals angegriffen worden. Ermittler gehen davon aus, dass die Täter damit gegen die Auslieferung ägyptischen Erdgases nach Israel protestieren wollen. Im Juli waren die Angreifer mit Maschinengewehren bewaffnet gewesen und hatten Mitarbeiter des staatlichen Energiekonzerns Gasco dazu gezwungen, eine Pumpstation zu verlassen. Danach war ein Feuer ausgebrochen. Ägypten hatte erhöhte daraufhin die Militär- und Polizeipräsenz in der Region.

Die neuen ägyptischen Behörden hatten eine Überprüfung aller Gas-Verträge und Ermittlungen zu umstrittenen Gas-Verkäufen an Israel angeordnet, die noch unter Mubarak vereinbart worden waren. Ägypten liefert 43 Prozent des in Israel konsumierten Erdgases.

Das Klima zwischen Ägypten und Israel ist seit Wochen angespannt. Hintergrund ist der Tod von sechs ägyptischen Grenzpolizisten an der ägyptisch-israelischen Grenze Mitte August. Israelische Sicherheitskräfte hatten sie getötet, als sie nach einer Serie von tödlichen Anschlägen im Süden Israels Jagd auf mutmaßliche Extremisten machten. Der Vorfall löste eine schwere diplomatische Krise zwischen Israel und Ägypten aus. Anfang September stürmten Demonstranten die israelische Botschaft in Kairo. Mitte des Monats stellte Ägyptens amtierender Regierungschef Essam Scharaf den im Jahr 1979 mit Israel geschlossenen Friedensvertrag in Frage.

liri/Reuters/AFP / Reuters
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