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Anschlag auf Luxushotel in Kabul: Nobelherbergen im Visier

Das Ritz in Jakarta, das Taj Mahal in Mumbai oder das Grand Hyatt in Amman: Immer wieder werden edle Touristeneinrichtungen im Ausland zum Ziel von Attentätern. Der Angriff auf das Intercontinental-Hotel in Kabul ist einer von insgesamt neun Anschlägen auf Luxushotels in den vergangenen Jahren. Ein Überblick.

Ihre blutigen Taten zielen darauf ab, möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzeugen. Deshalb nehmen Selbstmordattentäter immer wieder Luxushotels ins Visier. Bei dem Angriff auf das Intercontinental-Hotel in Kabul vergangene Nacht kamen nach Angaben des afghanischen Innenministeriums acht Menschen ums Leben. Bei Attentaten auf Nobelhotels starben in den vergangenen Jahren mehr als 400 Menschen. Seit 2005 gab es neun solcher Angriffe:

11. Juni 2011

Bei einem Anschlag auf ein Hotel im nordpakistanischen Peshawar werden mindestens 35 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt. Kurz vor Mitternacht war in einer Hoteltoilette zunächst ein kleiner Sprengsatz detoniert. Als sich danach Anwohner, Rettungskräfte und Journalisten in der belebten Geschäftsstraße versammeln, sprengt sich ein Selbstmordattentäter auf einem Motorrad in die Luft. Das Hotel und fünf angrenzende Geschäfte werden zerstört. Die Behörden machen die Taliban verantwortlich.

25. Mai 2010

Mindestens 38 Menschen sterben bei einer Serie von blutigen Anschlägen in Bagdad. Mehr als 70 weitere werden verletzt, als vor drei internationalen Hotels Autobomben explodieren.

17. Juli 2009

Bei Bombenexplosionen im Ritz Carlton und im Marriott in der indonesischen Hauptstadt Jakarta kommen mindestens neun Menschen ums Leben, darunter die beiden Terroristen. Mehr als 50 Menschen werden verletzt. Als Drahtzieher gilt der islamistische Terrorführer Noordin Top.

6. Juni 2009

Bei einem Selbstmordanschlag auf das Fünf-Sterne- Hotel Pearl Continental in Peshawar sterben mindestens 18 Menschen. Die Attentäter schießen sich den Weg zum Hotelgebäude frei. Dort sprengt einer von ihnen ein mit Sprengstoff beladenes Auto in die Luft. Die Behörden machen die Taliban für den Anschlag verantwortlich.

26. November 2008

In der indischen Finanzmetropole Mumbai beginnt eine mehrtägige Terrorserie, in deren Verlauf mindestens 171 Menschen getötet werden. Mit Schnellfeuerwaffen und Handgranaten greifen Terroristen der pakistanischen Rebellengruppe Lashkar-e-Taiba auch die Luxushotels Taj Mahal und Oberoi Trident an und nehmen Geiseln. Der einzige überlebende Attentäter wird später zum Tode verurteilt.

14. Januar 2008

Bei einem Selbstmordanschlag von Taliban-Kämpfern auf das vor allem von Ausländern genutzte Serena Hotel in Kabul kommen sieben Menschen ums Leben. Die Terroristen attackieren das schwer gesicherte Luxushotel mit Handgranaten und Maschinenpistolen. Einer der Angreifer sprengt sich in der Lobby in die Luft.

9. November 2005

Drei Selbstmordattentäter reißen in der jordanischen Hauptstadt Amman 60 Menschen mit in den Tod. Die stärkste Explosion ereignet sich im Radisson SAS Hotel während einer Hochzeitsfeier, wo sich der Terrorist unter die Gäste mischte. Auch in den Fünf-Sterne-Hotels Grand Hyatt und Days Inn detonieren Bomben. Die bis dahin im Irak operierende Gruppe Al-Kaida im Zweistromland um den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi bekennt sich zu der Tat.

23. Juli 2005

Bei einer Serie von Anschlägen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich sterben 66 Menschen. Ein Terrorist rast mit seinem Auto in die Eingangshalle des Ghazala Garden Hotels in Naama Bay und sprengt sich dort in die Luft. Zu den Anschlägen bekennen sich eine mit Al-Kaida verbundene Organisation und die Gruppe "Heilige Krieger von Ägypten".

liri/DPA / DPA