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Anti-Terror-Einsatz in Frankreich: Französische Polizei nimmt 19 Islamisten fest

Der Attentäter von Toulouse ist tot, aber der Anti-Terror-Kampf hat in Frankreich erst begonnen. Ermittler stürmten am Freitag die Wohnungen radikaler Islamisten. 19 Verdächtige wurden festgenommen.

Nach der grausamen Mordserie von Toulouse verschärft Frankreich den Druck auf radikale islamistische Gruppen. Bei mehreren Razzien nahmen Anti-Terror-Einheiten am frühen Freitagmorgen 19 Verdächtige fest und beschlagnahmten Waffen. Bei den Durchsuchungen seien unter anderem Sturmgewehre der Marke Kalaschnikow entdeckt worden, sagte Präsident Nicolas Sarkozy dem Radiosender Europe 1. In direkter Verbindung mit der Mordserie des Toulouse-Attentäters Mohamed Merah stehe der Einsatz aber nicht.

Merah hatte an drei Tagen im März sieben Menschen erschossen. Bevor er am Donnerstag vergangener Woche bei der Stürmung seiner Wohnung getötet wurde, hatte er sich selbst als Mudschaheddin (Gotteskrieger) bezeichnet und erklärt, dem Terrornetzwerk al Kaida nahezustehen.

Weitere Einsätze geplant

Für mögliche Verbindungen Merahs zu einer islamistischen Gruppe namens Forsane Alizza gibt es bislang keine Beweise. Ihr Anführer Mohammed Achamlane gehörte am Freitag zu den Festgenommenen.

Die Auflösung der salafistischen Gruppierung Forsane Alizza war im Januar von Innenminister Claude Guéant angekündigt und Ende Februar dann vollzogen worden. Laut Guéant bildete die Gruppe Islamisten "für den bewaffneten Kampf" aus und strebte "die Herrschaft des Islam" in Frankreich an. Auf ihrer Internetseite warb Forsane Alizza zuletzt offen um Unterstützer, "vor allem Soldaten". Achamlane bestritt damals aber jegliche Gewaltabsichten der "Reiter des Stolzes", wie die Gruppe übersetzt heißt. Er sprach von "Diffamierung".

Die Razzien am Freitagmorgen fanden nach Angaben der Ermittler in Toulouse, aber auch im Großraum von Paris, Nantes und Marseille statt. Verantwortlich für den Einsatz waren der Inlandsgeheimdienst (DCRI) und Anti-Terror-Ermittler der Pariser Polizei. Sie wurden an manchen Orten von Spezialkräften der Eliteeinheit RAID unterstützt. "Es wird an anderen Orten weitere Einsätze geben", kündigte Sarkozy an. In Frankreich lebe man nicht mit Kalaschnikows im Haus.

tmm/DPA/AFP / DPA