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Archäologie Tierischer Schatzsucher: Dachs in Spanien findet offenbar Münzen aus dem Römischen Reich

Archäologie: Ein Dachs hat geholfen, altrömische Münzen zu entdecken
Ein solcher Dachs könnte dabei geholfen haben, die altrömischen Münzen zu entdecken (Archivbild)
© Carsten Rehder / DPA
Im spanischen Asturien hat der Fund von hunderten altrömischen Münzen für Aufregung gesorgt. Mit Archäologie hat der Entdecker aber wenig am Hut: offenbar war es ein Dachs, der seinen Bau direkt neben dem Schatz angelegt hat.

Forscher in Spanien haben einen wahren Schatz entdeckt: Im Fürstentum Asturien im Nordwesten des Landes stießen sie auf 209 Münzen aus der Zeit des Römischen Reiches. Hilfe bekamen sie dabei offenbar von einem Dachs, der den Fund erst möglich gemacht hatte. Wie "The Guardian" berichtet, gehen die Forscher davon aus, dass das Tier auf verzweifelter Futtersuche war, nachdem es in der Region vor einigen Monaten schwere Schneefälle gegeben hatte. Somit inspizierte er wohl die Ritzen einer kleinen Höhle in der Hoffnung, dort Beeren oder Würmer zu finden. 

Doch dem Anschein nach stieß der Dachs statt auf ein Festmahl "nur" auf einen Haufen abgenutzter Münzen, die vermutlich in weit entfernten Orten wie Konstantinopel und Thessaloniki geschmiedet wurden, erklärte der Archäologe Alfonso Fanjul Peraza gegenüber der Zeitung El País. 

Die meisten Münzen, die der Dachs freilegte, bestünden aus Kupfer und Bronze und wurden vermutlich zwischen dem dritten und fünften Jahrhundert hergestellt. Zudem sei ein größeres Stück mit einem Gewicht von etwa acht Gramm und einem Silberanteil von vier Prozent gefunden worden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Münze in London gefertigt wurde. 

Der Fund sei der bisher größte Schatz an römischen Münzen der jemals in Höhlen in Nordspanien gefunden wurde, so ein kürzlich veröffentlichter Bericht.

Archäologie: Funde aus dem Römischen Reich häufen sich in Asturien

Es ist nicht das erste Mal, dass Forscher in diesem Gebiet wertvolle Gegenstände aus der Römerzeit gefunden haben. Bereits vor 85 Jahren fanden Archäologen 14 Goldmünzen aus der konstantinischen Zeit. Der Grund für die Häufung der Funde könnte unter Umständen auf die Spannungen in dem damaligen Grenzgebiet zurückzuführen sein. 

Die Römer eroberten die iberische Halbinsel im Jahr 218 vor Christus und herrschten dort, bis sie im frühen fünften Jahrhundert von den Westgoten verdrängt wurden. Forscher spekulieren darüber, dass der jüngste Münzfund Teil einer größeren Beute gewesen sein könnte, die in politisch und sozial instabilen Zeiten dort versteckt wurde. 

Quellen: The Guardian, El País

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