Fast 32 Jahre nach ihrem Verschwinden ist ein Mädchen aus dem US-Bundesstaat Arizona lebend aufgefunden worden. Das teilte das Sheriffbüro des Gila County mit. Die damals 13-jährige Christina Marie Plante war 1994 aus Star Valley verschwunden, einer kleinen Ortschaft in den Bergen nordöstlich von Phoenix. Ihr Fall hatte seinerzeit eine groß angelegte Suchaktion ausgelöst, an der sich neben den Behörden auch zahlreiche Freiwillige beteiligten.
Trotz intensiver Ermittlungen blieb das Mädchen jedoch unauffindbar. Der Fall wurde zwar seinerzeit einstweilen zu den Akten gelegt, doch vollständig geschlossen wurde er nie. Stattdessen nahmen Ermittler die Spur immer wieder neu auf, um neuerliche Hinweise nicht ungenutzt zu lassen. Mit der Einrichtung einer speziellen Cold-Case-Einheit wurde die Akte schließlich erneut systematisch überprüft.
Mädchen in Arizona floh mithilfe von Familienmitgliedern
Nach Angaben des Sheriffbüros führten moderne Technologien und neue kriminalistische Methoden schließlich zu entscheidenden Fortschritten. In Kombination mit einer gründlichen Neubewertung der vorhandenen Informationen gelang es den Ermittlern, frische Ansätze zu entwickeln. Diese neuen Spuren führten letztlich zum Durchbruch, der zur Aufklärung des Falls führte.
Wie jetzt herauskommt, war Christina von zu Hause weggelaufen. Ihr Vater hatte das Sorgerecht für die 13-Jährige, die aber bei ihrer Mutter leben wollte. Sie führte seit 32 Jahren heimlich ein anderes Leben. Die Ermittler haben die mittlerweile Erwachsene kontaktiert, um sich ihre Identität bestätigen zu lassen ‒ was diese bereitwillig tat. Aber die heute 44-Jährige, die seit Jahren unter einem anderen Namen lebt, wollte keine weiteren Details erläutern. Lediglich, dass sie mithilfe anderer Familienmitglieder von zu Hause geflohen war.
Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens, am 16. Mai 1994, war Christina zuletzt gesehen worden, als sie zu Fuß zu einem Stall unterwegs war, in dem ihr Pferd untergebracht war. Danach verlor sich ihre Spur – bis jetzt. Plante erzählte der Polizei, dass sie mit ihrer Mutter zum Flughafen nach Phoenix gefahren sei und den Staat mit einem Flugzeug verlassen habe.
Aus Rücksicht auf die Privatsphäre der inzwischen erwachsenen Frau werde man vorerst keine zusätzlichen Informationen veröffentlichen, hieß es von Behördenseite. Der Fall gelte jetzt jedoch als abgeschlossen. „Es war keine Entführung, sondern ein Sorgerechtsstreit“, erklärte ein Polizeisprecher.