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Atlantiküberquerung: Auf Schilf über den großen Teich

Mit einem Schilfboot will ein selbsternannter deutscher "Experimental-Archäologe" von New York bis zu den Kanarischen Inseln segeln. Dominique Görlitz möchte so beweisen, dass es schon in der Steinzeit regelmäßig Handel über den Atlantik gab.

Von Marcus Müller

Der Wind braust mit acht bis zehn Windstärken über den Nordatlantik, meterhohe Wellen ragen empor, auf ihnen hüpft ein gerade mal zwölf Meter langes Boot durch die aufgewühlte See. Eine Szene wie aus einem Actionfilm, die bald Wirklichkeit werden könnte. Und da der Regisseur dieses Abenteuers sich "Experimental-Archäologe" nennt, wird das Boot aus purem Schilf sein und nur von Tauen zusammengehalten werden.

Den waghalsigen Trip hat sich Dominique Görlitz ausgedacht, den der Gedanke an raues Wetter überhaupt nicht zu beeindrucken scheint: "Als Korken ist es einem egal, wie groß die Wellen sind", sagt er. Und so soll sein Schilfschiff, im Grunde nicht mehr als ein Heuballen, funktionieren: wie ein Korken, der stets oben schwimmt und so die Besatzung vor dem Untergang schützt.

Görlitz' "Heuballen" ist ein nach 6000 Jahre alten Zeichnungen konstruiertes Schilfboot. Bolivianische Indianer haben das gut zehn Tonnen schwere Schiff am Titicacasee zusammengebunden. Mit dem "Abora III" getauften Gefährt will Görlitz am 11. Juli von New York aus in See stechen und den Atlantik bis zu den Kanarischen Inseln überqueren. Doch der Chemnitzer sucht nicht das wilde Abenteuer. Er hat Größeres vor. Und zwar nicht weniger, als "die Menschheitsgeschichte neu zu schreiben".

Kreuzen gegen den Wind

Beweisen will der 40-Jährige mit dem bis Oktober dauernden Trip über die Azoren, dass Menschen schon lange vor Kolumbus und sogar den Wikingern den Atlantik überquerten, vor 14.000 Jahren regelmäßig Handel trieben und vor allem auch zurück in ihre Ursprungshäfen gelangen konnten.

Denn die Fahrt von Afrika nach Amerika über die Südroute sei relativ einfach, sagt Görlitz. "Jedes Stück Holz kommt wegen des Äquatorialstroms und der Passatwinde irgendwann in Amerika an." Schwierig sei dagegen der Weg zurück, weil die Segler die Fähigkeit zum Kreuzen gegen den Wind haben müssen. Ob er es hat, wird sich spätestens bei den Azoren zeigen, wenn die "Abora III" den Golfstrom verlässt und gegen den Wind wird segeln müssen. Bisher galt das Kreuzen mit steinzeitlichen Booten als unmöglich.

Görlitz glaubt aber, in 14.000 Jahre alten Höhlenbildern Aufzeichnungen über Meeresströmungen im Atlantik gefunden zu haben. Auf Felszeichnungen in Oberägypten will er Kielschwerter an Schiffen erkannt haben. Mit diesen Seitenschwertern sei es möglich gewesen, quer und gegen den Wind zu segeln, so Görlitz. Das habe immerhin schon 2002 auf einem Rundkurs mit dem Vorgänger der "Abora III" auf dem Mittelmeer geklappt.

Amerikanisches Nikotin in Ägyptischen Mumien

Mit der Fahrt über den Nordatlantik will Görlitz nun zusätzlich ein weiteres Indiz für seine Theorie von den frühen transatlantischen Handelsreisen belegen: die Verbreitung von Kulturpflanzen. So seien etwa in einer ägyptischen Mumie Spuren von Nikotin und Kokain gefunden worden. Beide Stoffe seien aber, so die bisherige Annahme, erst viel später in der Alten Welt verbreitet worden, nach der Kolumbus' Rückkehr aus Amerika. Darüber hinaus, so der Bootsbauer und Biologe, seien in ägyptischen Gräbern Reste von mexikanischen Tabakkäfern gefunden worden, die nie von Südamerika nach Afrika hätten gelangen können, so Görlitz.

Mit der Atlantikquerung will Görlitz auch die Schwachstelle der spektakulären Floß- und Schilfbootfahrten seines großen Vorbilds Thor Heyerdahl umschiffen. Dieser hatte mit den legendären Fahrten auf der "Kontiki" und der "Ra" gezeigt, dass vorzeitliche Hochseefahrten mit primitiven Schiffen auf dem Pazifik und dem Atlantik möglich waren. Bei den Reisen sei der norwegische Forscher aber immer mit Wind und Strömung vorwärts gekommen, sagt Görlitz, der nun genau das Gegenteil versuchen will.

Doch manch einem Wissenschaftler erscheinen die Görlitz' Theorien etwas sehr wild zusammen gepuzzelt zu sein. Selbst wenn die Passage gelinge, so der US-Anthropologie-Professor Kenneth Feder in der "New York Times", beweise sie doch gar nichts. Auch weil die Funde von Tabak und Kokain zu gering seien, um darauf eine ganze Theorie aufzubauen.

Natürlich ficht den strohblonden Görlitz diese Kritik nicht an. Er selbst sagt, dass die "Experimental-Archäologie" natürlich keinen Beweis dafür liefern könne, dass die Menschen vor 14.000 Jahren tatsächlich über den Atlantik gesegelt seien. Denn es gebe nun mal keine Überreste derartiger Schiffe, die das belegen könnten. Vielmehr gehe es um die Möglichkeit, die letztlich ein Umdenken bewirken müsse. "Alles deutet darauf hin, dass Menschen in der Steinzeit gegen den Wind segeln konnten", bleibt Görlitz beharrlich.

Dass es möglich ist, mit Schilfbooten ohne Kiel gegen den Wind zu segeln, hat der ehemalige Biologielehrer schon früh geahnt: Als 15-jähriger baute der in Gotha geborene Görlitz sein erstes Boot. Das schwamm einige Monate und die Idee der Schilfboote ließ ihn nicht mehr los. Erst 1994 gelang es ihm aber auf der Ostsee, mit einem selbstgebauten Boot gegen den Wind zu segeln.

Seinen Beruf hat Görlitz inzwischen aufgegeben, seit zwei Jahren widmet er sich fast nur noch der "Abora III". Die Fahrt des Schilfbootes wird Teil seiner Doktorarbeit - an der Universität Bonn promoviert der Seefahrer über die transozeanische Ausbreitung von Kulturpflanzen. Die vergangenen Wochen gehörten dann den Segelversuchen auf dem Hudson River in New York. "Wir hatten das Boot sofort trotz starker Winde und Strömungen unter Kontrolle", sagt Görlitz freudig.

Großes Vertrauen in das kleine Schilfboot

Allerdings ist ihm kurz vor dem Expeditionsstart sein Kapitän abhanden gekommen, weil der sich lieber um seine Geschäfte kümmern wollte. Für die erste Etappe bis zu den Azoren wird daher nun niemand mehr an Bord sein, der wenigstens schon mal mit einem normalen Schiff über den Atlantik gesegelt ist.

Die große Fahrt von 6000 Kilometern bei Sturm und Wellen hält Görlitz für ein "normales und kalkulierbares Risiko". Vor der See hat er keine Furcht. Das Boot sei unsinkbar und laufe nicht voll, da das Wasser durch das Schilf zurücksickere, sagt er. Außerdem gebe es Rettungsinseln sowie ein Satelliten-Navigations-System und ein Satelliten-Telefon. Auch einer der bolivianischen Indianer, der das Boot mit gebaut hat, beweist Vertrauen in seine Arbeit: Er segelt mit, obwohl er nicht schwimmen kann. Insgesamt vertrauen zehn Männer und zwei Frauen den Schwimmeigenschaften der "Abora III".

Nur auf Komfort wird die internationale Crew während des Trips verzichten müssen: Die Toilette an Bord ist ein Eimer und geschlafen wird in winzigen Verschlägen an Deck. Immerhin sind mehrere Gasflaschen an Bord, um warmes Essen kochen zu können.

Das eigentliche Problem auf See sind für Görlitz die großen Ozeanriesen, weil sein Schilfboot auf deren Radar praktisch nicht sichtbar sei. Aber für solche Fälle gebe es ein Funkgerät an Bord, um Alarm schlagen zu können. Auf ein weiteres neuzeitliches Hilfsmittel hat der "Experimental-Archäologe" dagegen bewusst verzichtet - den Segelschein: "Die Menschen hatten damals auch keine Lizenz, um über die Meere zu fahren."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(