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Bergung in Riesending-Höhle Nur noch ein kurzes Stück bis zum Tageslicht


Fast zwei Wochen war Johann Westhauser in Deutschlands tiefster Höhle gefangen. Den verletzten Forscher trennen nur noch wenige hundert Meter von der Oberfläche.

Der Abschluss der dramatischen Rettungsaktion in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden zieht sich länger hin als erwartet. Mit der Ankunft des Trupps mit dem schwer verletzten Höhlenforscher Johann Westhauser werde nun im Laufe der nächsten Stunden gerechnet, sagte ein Bergwachtsprecher am Donnerstag. Nach einer längeren Pause seien die Retter mit Westhauser gegen 5.30 Uhr wieder gestartet. "Die Mannschaft ist in Bewegung." Am Morgen habe das Team eine weitere schwierige Stelle bewältigen können: "Der 180-Meter-Schacht ist geschafft."

Am Ausgang der Höhle am Untersberg in 1800 Metern Höhe haben sich die Retter auf die Ankunft des Patienten vorbereitet. Ärzte und Hubschrauber stehen bereit. Eine mobile notfallmedizinische Station ist eingerichtet. Wenn Westhauser ankommt, wird er untersucht. "Je nachdem, wie der Zustand ist, wird entschieden, wie der weitere Transport aussieht", erklärte der Vorsitzende der Bergwacht Bayern, Norbert Heiland.

Das internationale Retterteam mit Westhauser legte nach Angaben der Bergwacht die Pause in der Nacht offenbar noch vor der 180 Meter hohen senkrechten Wand ein. Der Patient, der seit sechs Tagen in einer Trage liegt, wurde dort frei schwebend hochgezogen - nur mit Muskelkraft, denn eine Seilwinde mit Motor wäre zu gefährlich gewesen. Der Patient musste vor Erschütterungen bewahrt werden. Dem Trupp stehen noch etwa 200 Meter durch einen engen, verwinkelten Schacht bevor.

Am Mittwoch waren die Retter besser vorangekommen als erwartet. Westhauser sei gesundheitlich weiterhin stabil, sagte der Sprecher. Die Retter ließen daher das Biwak 1 aus.

Westhauser hatte am Pfingstsonntag bei einem Steinschlag in 1000 Metern Tiefe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Seit vergangenem Freitag wird der Forscher, der die Riesending-Höhle bei Berchtesgaden seit Jahren erkundet hatte, von einem internationalen Rettungsteam aus der Höhle transportiert. Die Helfer liegen im Zeitplan - etwa sechs Tage waren erwartet worden.

mad/DPA DPA

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