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Besucher macht Handyvideo: Delfin auf dem Trockenen bringt Sea World Ärger

Das Video eines Delfins, der es in Sea World in Florida vom Beckenrand nicht mehr ins Wasser schafft, sorgt im Netz für Empörung. Doch bei Sea World kann man die Aufregung nicht nachvollziehen.

Von Thomas Krause

Sie wollten eigentlich ihren elften Geburtstag bei Sea World in Florida feiern. Doch für Catania De Leonibus und ihre Eltern Ashley und Carlo wird der Tag wohl in weniger schöner Erinnerung bleiben. Sie entdeckten an einem der Becken des Vergnügungsparks einen Kurzflossen-Grindwal, der es nicht mehr allein zurück ins Wasser schaffte. Minutenlang kämpfte das Tier, das zur Familie der Delfine gehört, um vom Trockenen doch noch wieder in sein Element zu kommen. Ohne Erfolg. Die Sea World-Trainer hatten wegen eines Gewitters das Becken verlassen und blieben verschwunden. Carlo De Leonibus griff zu seiner Handy-Kamera und stellte das 38 Sekunden lange Video auf Youtube. Nun sorgt das tierische Drama in den USA für Aufregung.

Der Grindwal habe sich gedreht und mit der Flosse geschlagen, um vom Beckenrand herunterzukommen, berichtet Carlo De Leonibus dem US-Fernsehsender WTSP. "Andere Delfine kamen angeschwommen und versuchten, ihn zurück ins Wasser zu schubsen", sagte De Leonibus. Doch auch sie schafften es nicht. Nach mehreren Minuten ging De Leonibus zu einem Sea World-Angestellten und bekam die Auskunft, der Grindwal werde es schon wieder ins Wasser schaffen. "Er sagte mir: 'Das ist normal, so machen sie das halt. So haben sie Spaß, sie spielen nur'", sagte De Leonibus WTSP.

Spaß oder Notsituation?

Aber für das Publikum ist der Spaß schon lange vorbei. Auch die Lautsprecherdurchsage, der Grindwal werde es schon zurück ins Becken schaffen, lässt die aufgeregten Rufe nicht verstummen. Nach De Leonibus Schilderung dauert es insgesamt etwa 25 Minuten, ehe doch zwei Tiertrainer erscheinen und den Delfin zurück ins Wasser schieben.

"Die Grindwale kommen die ganze Zeit aus dem Becken und schaffen es immer ohne Probleme wieder zurück", teilte ein Sea World-Sprecher WTSP mit. "Den Tieren scheint das Spaß zu machen und es hat keinen Einfluss auf ihre Gesundheit oder ihr Wohlbefinden." Das Tier im Video sei jung und unerfahren, daher habe es die Technik noch nicht perfektioniert und etwas länger gebraucht. "Der Wal war nie in Gefahr", so der Sprecher. "Die Sicherheit und die Gesundheit der Tiere in unserere Obhut zählt zu unseren obersten Prioritäten." Es gibt wohl einige, die das nach dem Ansehen des Videos bezweifeln dürften. Die kleine Catania De Leonibus jedenfalls hat beschlossen, sich künftig für den Schutz von Meerestieren in freier Wildbahn einzusetzen.