HOME

Nach größter Evakuierungsaktion seit 1945: Weltkriegsbombe in Köln wurde entschärft

Aufatmen in der Kölner City: Die 20 Zentner schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde entschärft. 20.000 Menschen hatten zuvor ihre Wohnungen und Büros verlassen müssen.

Bauarbeiten unterhalb der Mülheimer Brücke in Köln: Hier wurde eine amerikanische 20-Zentner-Bombe entdeckt

Bauarbeiten unterhalb der Mülheimer Brücke in Köln: Hier wurde eine amerikanische 20-Zentner-Bombe entdeckt

Nach der größten Evakuierungsaktion in Köln seit Kriegsende ist am Mittwoch in der Domstadt eine 20-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg planmäßig entschärft worden. Zuvor hatten bis zu 20.000 Menschen im Umkreis von einem Kilometer um den Bomben-Fundort Wohnungen und Büros verlassen müssen, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Seit dem frühen Morgen war ein Großaufgebot von 800 Einsatzkräften mit der Massen-Evakuierung beschäftigt. 140 Transportfahrzeuge waren unterwegs, was auf vielen Straßen zu Staus führte. Auch ein großes Alten- und Pflegeheim musste geräumt werden. 600 der Heimbewohner sind pflegebedürftig und mussten besonders betreut werden.

"Für unsere Bewohner ist das eine körperliche und seelische Belastung. Es handelt sich um hochbetagte Menschen mit einem Durchschnittsalter von 86 Jahren", sagte Otto B. Ludorff, Geschäftsführer der Sozial-Betriebe-Köln, die das Zentrum betreiben.

Großeinsatz der Feuerwehr

Der Direktor der Kölner Feuerwehr, Johannes Feyrer, nannte die Evakuierungsaktion eine "große Herausforderung für den Kölner Rettungsdienst". Statt etwa 300 Transporten an einem durchschnittlichen Einsatztag musste der Rettungsdienst am Mittwoch 1500 Transporte zusätzlich bewältigen.

Bei dem Bombenfund handelt es sich um einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Bombe amerikanischer Bauart war im Stadtteil Riehl bei Vorbereitungen zu Bauarbeiten am linken Rheinufer unweit der Mühlheimer Brücke entdeckt worden. Sie wurde am Dienstag freigelegt. Luftbildauswertungen hatten zuvor keine Hinweise auf den Blindgänger ergeben.

Der Kölner Zoo und einige Schulen, die in dem betrofffenen Gebiet lagen, blieben den ganzen Tag über geschlossen. Die Mülheimer Brücke und umliegende Straßen wurden während der Bombenentschärfung gesperrt. Auch der Bahn-, Schiffs- und Flugverkehr musste in dem Bereich zeitweise eingestellt werden.