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Chronik: Klagen deutscher Raucher

In Deutschland sind bereits mehrfach Raucher vor Gericht gezogen, um Schadenersatz von Tabakkonzernen zu erstreiten.

In Deutschland sind bereits mehrfach Raucher vor Gericht gezogen, um Schadenersatz von Tabakkonzernen zu erstreiten.

13. Juli 1999

Ein deutscher krebskranker Raucher reicht vor dem Landgericht Hagen Klage auf Prozesskostenhilfe ein, um von zwei Tabakkonzernen jeweils umgerechnet 51.000 Euro Schadenersatz zu erstreiten. Die Richter entscheiden jedoch gegen ihn. Eine höhere Instanz bestätigt später das Urteil.

16. Dezember 1999

Das Landgericht Hannover weist die Klage eines an Lungenkrebs erkrankten Rauchers gegen seine Rechtsschutzversicherung auf Finanzierung einer Klage gegen zwei Tabakkonzerne ab.

25. Januar 2000

Das Landgericht Bielefeld weist die Klage eines an Lungenkrebs erkrankten Mannes mit der Begründung zurück, Tabakkonzerne seien nicht verpflichtet, auf ihren Zigarettenpackungen vor Suchtgefahr zu warnen. Nach Ansicht des Gerichts hätte die Klage des Mannes gegen den Reemtsma-Konzern keine Aussicht auf Erfolg.

2. Mai 2000

Das Arbeitsgericht in Trier weist die Schadenersatzklage wegen Erwerbsunfähigkeit eines ehemaligen Arbeiters beim Tabakproduzenten Reynolds ab. Nach Ansicht des Gerichtes gibt es keine Hinweise darauf, dass der Arbeitgeber sich vorsätzlich der Körperverletzung schuldig gemacht hat. Der 40-jährige Kläger hatte angegeben, während seiner rund zehnjährigen Tätigkeit in der Trierer Zigarettenfabrik des Unternehmens gefährliche Schadstoffe eingeatmet zu haben, die im Produktionsprozess illegal verwendet worden seien. Diese hätten bei ihm Atem- und Nervenbeschwerden ausgelöst.

7. November 2003

Als erstes deutsches Gericht verhandelt das Landgericht Arnsberg über die Klage eines Rauchers gegen einen Zigarettenkonzern. Der schwer kranke Frührentner macht die Reemtsma Cigarettenfabriken aus Hamburg für seine schweren Herz- und Nierenerkrankungen verantwortlich und fordert 213.000 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz sowie die Übernahme der Kosten für alle künftigen Schäden.