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USA Corona-Virus trifft Familie schwer: Eltern bereuen abgelehnte Impfung

Eine Covid-19 Impfstation in den USA.
Trotz zahlreicher Impfstationen − wie hier in New York City − steigen die Zahlen der Infizierten aktuell wieder in den USA . Einer Familie wurde eine abgelehnte Impfung zum Verhängnis. (Symbolbild)
© SPENCER PLATT / AFP
Eine Familie aus den USA fürchtete sich nicht vor den Folgen des Corona-Virus und lehnte das Impfangebot ab. Dann trifft das Virus die Familie mit voller Wucht.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RTL.de

Tate Ezzi und seine Frau Christine leben in Little Rock, im US-Bundesstaat Arkansas. Und obwohl die Region schwer von der Corona-Pandemie betroffen ist, entscheiden sich die Eltern von sechs Kindern, sich nicht impfen zu lassen. Denn vor einem schweren Corona-Verlauf fürchten sich der 44-Jährige und seine Frau nicht. Schließlich seien sie noch "jung und ziemlich gesund", sagte sich das Ehepaar – und beschließt, sich erst einmal nicht gegen das Virus impfen zu lassen. Eine Entscheidung, die die Ezzis heute aus tiefstem Herzen bereuen. Denn kurz darauf trifft die Familie ein harter Schicksalsschlag.

Das Virus trifft die Familie aus den USA hart

Im vergangenen Mai erwarten Tate Ezzi und seine Frau Christine ihr sechstes Kind. Doch dann erkrankt Christine plötzlich schwer an Corona. So schwer, dass sie ins Krankenhaus kommt. Dort verschlechtert sich der Zustand der Mutter innerhalb weniger Tage so sehr, dass sie künstlich beatmet werden muss. Die Ärzte schließen die Schwangere an die sogenannte ECMO an − eine Lungenmaschine, die bei ganz schweren Covid-Verläufen eingesetzt wird. "Sie war fünf Wochen lang bewusstlos", erinnert sich Tate an die schwere Zeit, wie die Nachrichtenagentur Reuters zitiert. 

Und auch der Familienvater bemerkt plötzlich Covid-19-Anzeichen – er wird positiv getestet und muss wegen schwerer Symptome im Krankenhaus behandelt werden. Und auch er landet schließlich, genau wie seine Frau, auf der Intensivstation. "Irgendwann kamen die Ärzte, um mit uns zu reden. Sie sagten: 'Wenn Sie beide an Beatmungsmaschinen angeschlossen sind, wer soll dann die Entscheidungen für Sie treffen?'", erinnert sich Tate Ezzi. Da wird dem Vater klar, wie bitterernst die Lage ist. "Ich dachte nur: Oh Gott! Ich muss unbedingt wieder gesund werden!" Panisch fleht er die Ärzte an, ihn wieder gesund zu machen – wenn es sein müsse mithilfe experimenteller Therapieansätze.

Nicht zuletzt wegen der Kinder, die sich in der Obhut von Verwandten befinden, während Mama und Papa um ihr Leben kämpfen. Doch auch unter den Kindern grassiert das Virus. Bei vier von ihnen wird ebenfalls eine Corona-Infektion festgestellt. Zum Glück: Keines der Kinder hat schlimme Symptome.

Mutter erleidet Fehlgeburt, der Vater liegt im Koma

Doch dann widerfährt den Ezzis der Albtraum aller Eltern: Zwischen der 22. und 23. Schwangerschaftswoche erleidet die schwer kranke Christine eine Fehlgeburt. "Wir verloren das Baby irgendwann in der Zeit, als sie an der Beatmungsmaschine und dann an der ECMO angeschlossen war", erinnert sich Vater Tate. "Ganz genau wissen wir es nicht. Wir wissen nur, dass das Baby tot geboren wurde. Und dass die Sauerstoffsättigung zu niedrig war."

"Das war sehr, sehr schwer für mich", erzählt der trauernde Vater Reuters. "Ich war noch nie zuvor in so einer Situation, in der jemand, den man liebt, so etwas Schweres durchmacht und vielleicht sogar selbst nicht überlebt". Auch seine Kinder, die im Alter zwischen fünf und dreizehn Jahren sind, habe die ganze Situation schwer mitgenommen, besonders die älteste Tochter. "Ich konnte es ihr ansehen, wie schrecklich das für sie war, vor allem, als ihre Mama so schwer krank war", so Tate Ezzi.

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Heute denken die Eltern anders über die Corona-Impfung

Doch nun scheint die schwerste Zeit hinter Familie Ezzi zu liegen. Der Gesundheitszustand von Mama Christine verbessert sich langsam. Zwei Monate verbringt sie insgesamt im Krankenhaus, bevor sie in die Reha entlassen wird – und schließlich wieder nach Hause darf. Auch heute noch sei sie sehr schwach, berichtet ihr Mann. Doch eines sei für beide Eltern klar: Die Corona-Impfung wollen sie so schnell wie möglich nachholen. "Wir warten nur noch darauf, dass es ihr gut genug dafür geht", versichert Papa Tate. Er bereue zutiefst, den Piks damals abgelehnt zu haben und wolle andere nun warnen: "Natürlich möchte ich, dass die Menschen ihre eigenen Entscheidungen fällen. Aber ich möchte ihnen auch meine Geschichte erzählen. Denn wenn mir so etwas passieren kann, dann kann es jedem passieren."

ldh / RTL.de

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