Drogenfund Das Pulver in Friedmans Wohnung war Kokain


Der Drogenverdacht gegen den Vizepräsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Michel Friedman, hat sich mit der Entdeckung von Kokain-Resten in seiner Wohnung erhärtet.

In allen drei Tütchen, die am Mittwoch bei der Durchsuchung von Friedmans Wohnung und seiner Anwaltskanzlei beschlagnahmt worden waren, sind Reste eines Kokaingemisches festgestellt worden, sagte der Berliner Justizsprecher Björn Retzlaff am Freitag. Der Reinheitsgrad des Rauschgiftes war allerdings bei der chemischen Untersuchung nicht festzustellen, weil dazu nicht ausreichend Material gefunden wurde. Retzlaff fügte hinzu, dass die Auswertung der Haarprobe Friedmans noch etwa eine Woche dauern würde. Nach seinen Worten war die Abgabe der Probe staatsanwaltlich angeordnet worden, der Jurist und TV-Moderator hatte sich aber auch freiwillig dazu bereit erklärt.

Drogen in Wohnung und Büro

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen mutmaßlichen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz gegen Friedman. Am Mittwoch hatte die Polizei auf Anordnung der Berliner Justiz die Anwaltskanzlei und Privaträume Friedmans in Frankfurt durchsucht. Zwei der Tütchen wurden den Angaben zufolge in der Kanzlei gefunden worden, das dritte in der Wohnung.

Tipp von ukrainischen Menschenhändlern

Die Ermittler waren durch ein gesondertes Verfahren gegen 14 mutmaßliche Menschenhändler aus der Ukraine und Polen auf Friedman aufmerksam geworden, sagte Retzlaff. Dabei hatte sich aus einer Zeugenaussage der Verdacht ergeben, "dass Friedman im Besitz von Kokain sein könnte". In dem Schleuserverfahren sei Friedman aber nicht Beschuldigter. Details wollte Retzlaff nicht nennen.

Talkshow-Tätigkeit ruht

Das Ergebnis der Analyse wirde jetzt dem Anwalt Friedmans übermittelt, sagte Retzlaff. Friedman, der sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert hat, hat dann Gelegenheit zur Stellungnahme. Der Vorsitzende des Zentralrates der Juden, Paul Spiegel, schloss Konsequenzen gegenüber seinem Stellvertreter vorerst aus. "Es gibt keine Erkenntnisse darüber, dass Zentralrats-Vize Friedman bei der Ausübung seines Amtes Fehler gemacht hat", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel" (Samstagsausgabe). Der Hessische Rundfunk (HR), für den Friedman als Talkshow-Moderator arbeitet, hatte bereits am Donnerstag erklärt, Friedman werde bis zur Klärung der Vorwürfe seine Sendungen "Vorsicht! Friedman" im HR und "Friedman" in der ARD ruhen lassen. Vorerst würden bis zur Sommerpause vier geplante Sendungen ausfallen.


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