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Ebola in Deutschland: Polizei ermittelt gegen Berliner nach falschem Alarm

Alles nur ein böser Scherz? Nachdem in einer Berliner Gaststätte falscher Ebola-Alarm ausgelöst wurde, ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des Missbrauchs von Notrufen.

Nach einem falschen Ebola-Alarm in einer Berliner Gaststätte ermittelt die Polizei gegen einen mutmaßlichen Betrüger. Es bestehe der Verdacht des Missbrauchs von Notrufen, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Die Behörden gehen von einem üblen Scherz aus.

Der Mann soll am Sonntagnachmittag in der Gaststätte den Notruf gewählt und über Krankheitssymptome geklagt haben, die auf Ebola hindeuten. Zudem habe er von einer Auslandsreise berichtet. Daraufhin hatte die Feuerwehr die Kneipe abgesperrt und Experten in Schutzanzügen herbeigerufen. Der Anrufer war da bereits verschwunden. Wenig später wurde der Mann laut Polizei gesund zuhause angetroffen.

Infektion in Deutschland sehr unwahrscheinlich

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sieht unterdessen nur ein äußerst geringes Risiko einer Ebola-Infektion innerhalb Deutschlands über eingereiste Erkrankte. "In unserem eigenen Land besteht nach Einschätzung aller Experten nur eine sehr, sehr geringe Wahrscheinlichkeit überhaupt, dass es zu einer Ebola-Erkrankung über Einreise eines Erkrankten kommen kann", sagte er am Montag in Berlin. "Dennoch bereiten wir uns auf solche Fälle vor."

So habe Deutschland sieben spezielle Behandlungszentren sowie vier spezialisierte Flughäfen mit regelmäßigen Übungen. Mit seinen 50 Klinik-Plätzen für mögliche Ebola-Patienten stufte Gröhe Deutschland als gut gerüstet ein. "Wir sind mit den 50 Betten deutlich über dem, was alle unsere Nachbarn hier vorhalten."

Bisher wurden drei nichtdeutsche Helfer auf internationale Anfrage hin zur Behandlung nach Hamburg, Frankfurt und Leipzig geflogen. Deutschland ist auch bereit, weitere Patienten ins Land zu lassen, wie ein Sprecher des Auswärtigen Amts deutlich machte.

An diesem Donnerstag berieten die EU-Gesundheitsminister in Brüssel darüber, ob die getroffenen Maßnahmen ausreichten und aus welchen Erfahrungen man gegenseitig lernen könne, kündigte Gröhe an.

tob/DPA / DPA