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Trotz Widerstand Ecuador baut Öl-Förderung in geschütztem Amazonas-Gebiet aus

Erdölpipelines an der Grenze zum Yasuní-Nationalpark bei der ecuadorianischen Stadt Coca
Erdölpipelines an der Grenze zum Yasuní-Nationalpark in Ecuador. Die Regierung hat dort ein drittes Ölfeld erschlossen.
© Georg Ismar / Picture Alliance
In Ecuador ist trotz Widerstand von Naturschützern und indigenen Gemeinschaften ein drittes Öl-Feld im Yasuní-Nationalpark erschlossen worden.

Ecuador hat seine Öl-Förderung in einem geschützten Gebiet des Amazonas-Regenwaldes ausgebaut. Im Ishpingo-Öl-Feld würden nun täglich 3600 Barrell gefördert, erklärte die Regierung in Quito am Mittwoch. Das Öl-Feld sowie die nahegelegenen Felder Tiputini und Tambococha, wo die Förderung bereits 2016 begann, liegen zum größten Teil im Yasuní-Nationalpark.

Die drei Öl-Felder beinhalten über eine Milliarde Barrel Öl. Ihrer Erschließung war ein jahrelanges Ringen mit Umweltschützern und der internationalen Gemeinschaft vorangegangen. Ecuadors linksgerichteter Ex-Präsident Rafael Correa hatte versucht, die Erschließung im Gegenzug für eine internationale Ausgleichszahlung von 3,6 Milliarden Dollar zu verhindern, gab aber schließlich auf.

Präsident von Ecuador will Öl-Förderung verdoppeln

Der aktuelle rechtsgerichtete Präsident Guillermo Lasso will die Öl-Förderung im Land verdoppeln. Die aktuelle Produktion in Ishpingo spüle jährlich rund 60 Millionen Dollar in die Staatskassen, erklärte die Regierung. Das Geld soll demnach "in Verbesserungen des Bildungs-, Gesundheits- und Sicherheitssystems investiert werden". Das chinesische Unternehmen CNPC, das für die Öl-Förderung in Ishpingo zuständig ist, soll 36 weitere Bohrungen vornehmen.

Umweltschützer und Vertreter indigener Völker wehren sich weiterhin gegen den Ausbau der Öl-Förderung im Yasuní-Park. Das Gebiet weist eine der höchsten Artenvielfalten weltweit auf. Außerdem wohnen dort einige der letzten unkontaktierten indigenen Völker der Welt.

lhi AFP

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