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Eiskälte in Deutschland: Was tun bei minus 20 Grad?

Experten raten angesichts der Eiseskälte in Deutschland zu Vorsichtsmaßnahmen, vor allem im Bereich der Gesundheit. Nachfolgend einige Experten-Tipps, was bei den extremen Temperaturen zu beachten ist.

"Entscheidend ist nicht die Außen-, sondern die Körpertemperatur", sagt der Hamburger Notfallmediziner Patrick Friederich. Kritisch wird es allerdings, wenn die normale Körpertemperatur von 36,5 Grad absinkt, warnt der Anästhesist und Oberarzt am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE). Der Körper versuche bei niedrigen Außentemperaturen immer, "dagegen anzuarbeiten, zum Beispiel mit Zittern". Diese "Aufwärmarbeiten" seien allerdings "äußerst anstrengend fürs Herz". Herzpatienten und Lungenkranke sollten sich darum nicht allzu großer Kälte aussetzen. Auch allen anderen rät der Mediziner, sich sehr warm anzuziehen - so gewappnet sei gegen einen Spaziergang nichts einzuwenden.

Zufluchtsorte für Obdachlose

Besonders gefährdet sind Obdachlose. Städte wie Berlin öffnen deshalb für sie die U-Bahnhöfe als Übernachtungsplätze. Andere Menschen ohne Dach über dem Kopf suchen Zuflucht in offen zugänglichen Vorräumen von Banken.

Um ein Verkehrschaos wegen der extremen Temperaturen zu verhindern, setzt die Berliner S-Bahn Zusatzkräfte ein, um Türen der Züge zu enteisen. Die U-Bahn in der deutschen Hauptstadt meldet vorerst keine Probleme. "Unsere Fahrzeuge sind so wetterfest, dass sie diese Temperaturen aushalten", sagt Rainer Felkenmeyer von der Leitstelle der Berliner Verkehrsbetriebe.

Enteiser nicht im Auto lagern

Autofahrer sollten sich laut ADAC ebenfalls wappnen. "Den Türschlossenteiser sollte man schon in der Manteltasche und nicht im Auto haben", rät ADAC-Sprecherin Friedel Bendlin. Nicht nur die Schlösser, sondern auch die Dichtungsgummis in den Autotüren und am Kofferraum frieren bei extremer Kälte häufig fest. Wer also nicht schon am Öffnen seines Autos scheitern wolle, müsse die Gummis vorher mit Silikonspray besprühen, empfiehlt Bendlin. Wichtig sei auch, genügend Frostschutzmittel in den Scheibenwaschbehälter einzufüllen. Bei zu niedriger Dosierung kann der Behälter einfrieren und platzen.

"Ältere Batterien geben oft den Geist auf, wenn es so kalt ist", nennt Bendlin ein weiteres Problem. Ein Starthilfekabel und ein hilfsbereiter Nachbar sollten in der Nähe sein, wenn die Batterien auch bei normalen Temperaturen schon schwächeln und der Wagen nicht sofort zündet. Bevor die Winterfahrt beginnt, müssten alle Scheiben komplett vom Eis befreit werden. Bendlin: "Ein Guckloch reicht nicht aus, sonst hat man bei einem Unfall immer Mitschuld."

DPA / DPA
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