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Epidemie in Ostdeutschland Zahl der Magen-Darm-Erkrankungen steigt auf über 10.000


Die Zahl der an Brechdurchfall erkrankten Ostdeutschen hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Mindestens 10.300 Menschen - vor allem Kinder und Jugendliche - hat die Krankheitswelle erfasst.

Die Zahl der Magen-Darm-Erkrankungen in Ostdeutschland hat die Marke von 10.000 überschritten. Bis heute waren insgesamt fast 10.300 Fälle in fünf Bundesländern bekannt, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin mitteilte. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) schloss nicht aus, dass die genaue Ursache der Erkrankungswelle womöglich nicht geklärt werden kann.

Es habe in der Vergangenheit schon Fälle gegeben, wo der Auslöser für ein Krankheitsgeschehen nicht gefunden worden sei, sagte eine BVL-Sprecherin. "Es gibt noch kein klares Bild, was sich herauskristallisiert."

Von der Krankheitswelle betroffen sind die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Berlin. Laut RKI kommt als Auslöser der Erkrankungen das hoch ansteckende Norovirus in Frage. Aber auch giftbildende Bakterien müssten in Betracht gezogen werden. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass es sich um eine Überlagerung von zwei Geschehen handle, da Noroviren ohnehin im Herbst verstärkt aktiv seien.

Mit Hochdruck wird nach der Ursache gesucht

In Brandenburg sind bislang 3132 Erkrankungen bekannt, in Berlin 2732, in Thüringen 964 und in Sachsen-Anhalt 57. Betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche sowie Betreuer aus den Schulen und Kitas. In den fünf Bundesländern haben 416 Einrichtungen Kranke gemeldet.

Das Institut bestätigt einen Zusammenhang mit dem Essen in Schulen und Kitas. Im Verdacht steht das Essen aus Küchen des Groß-Caterers Sodexo aus Rüsselsheim (Hessen). Die verdächtigen Lebensmittel sollen von einem Zulieferer des Caterers kommen, wie Verbraucherschutzstaatssekretärin Sabine Toepfer-Kataw (CDU) am Dienstag in Berlin sagte. Um welche Lebensmittel es sich dabei handelte, sagte sie nicht.

Laut RKI mehren sich indes die Hinweise, dass der Ausbruch vorüber ist. Die Mehrzahl der Fälle in den vergangenen Tagen seien Nachmeldungen gewesen; Neuerkrankungen seien nur noch vereinzelt aufgetreten. Die Labore und Behörden arbeiten unterdessen weiter mit Hochdruck an der Analyse der Lebensmittelproben und der Vertriebswege, um der Ursache der Krankheitswelle doch noch auf die Spur zu kommen.

AFP/DPA DPA

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