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Mutmaßlicher Mädchenhändler Epstein-Vertrauter Jean-Luc Brunel erhängt in Gefängniszelle aufgefunden

Jean Luc Brunel kuschelt mit Ghislaine Maxwell.
Jean Luc Brunel kuschelt mit Ghislaine Maxwell.
© Police Handout / Commons
Der Agent Jean-Luc Brunel soll jahrelang als Model-Zuhälter für den Pädo-Milliardär Epstein gearbeitet haben. Unter anderem soll er Epstein drei 12-jährige Schwestern als "Geburtstagsgeschenk" zugeführt haben. Nun ist er tot in seiner Zelle gefunden worden, so wie Epstein.

Der ehemalige französische Modelagent Jean-Luc Brunel wurde in der Nacht von Freitag, den 18. Februar, auf Samstag, den 19. Februar, erhängt in seiner Zelle im Pariser Gefängnis La Santé aufgefunden. Das hat die Pariser Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Es wird eine Untersuchung zur Ermittlung der Todesursache eingeleitet.

Jean-Luc Brunel wurde von mehreren ehemaligen Models beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben. Im Juni 2021 wurde er wegen "Vergewaltigung von Minderjährigen" angeklagt. Schon im Dezember 2020 wurde er wegen "Vergewaltigung einer Minderjährigen " und "sexueller Belästigung" in Bezug auf zwei weitere Frauen angeklagt. Seit dem Juni saß er in Untersuchungshaft. Der Tod beendet das Verfahren gegen ihn. Brunel wird die Geheimnisse über Epstein und seinen Mädchenhändlerring mit ins Grab nehmen.

Jean-Luc Brunel: Enger Freund von Epstein

Der 76-Jährige wurde verdächtigt, dem US-Milliardär Jeffrey Epstein, der im August 2019 ebenfalls tot in seiner Zelle aufgefunden wurde, jahrelang als Model-Zuhälter geholfen zu haben. Brunel begann seine Karriere als Scout und hat mit Prominenten wie Jerry Hall, Sharon Stone und Monica Bellucci gearbeitet. Jean-Luc Brunel startete 1978 die renommierte Agentur Karin Models und ging dann in die USA, um dort die MC2 Model Management zu gründen. Sein Name tauchte bereits in den ersten Ermittlungen gegen Epstein in den Jahren 2007, 2008 auf. Die Polizei in Florida fand damals belastende Hinweise gegen ihn. 2008 besuchte er Epstein mehrmals im Gefängnis.

Virginia Giuffre, eine der Hauptklägerinnen in der Epstein-Affäre, die gerade einen finanziellen Vergleich mit Prinz Andrew geschlossen hat, behauptete, dass sie von Brunel zu sexuellen Handlungen gezwungen wurde. Giuffre sagte, Brunel habe dem Pädophilen und anderen Männern junge Models für Sex vermittelt. Sie behauptet auch, dass sie zum Sex mit Brunel in Epsteins Haus gezwungen wurde. Weiterhin sagte sie, dass Brunel ein Fotoshooting mit sieben russischen Mädchen arrangierte, bei dem Prinz Andrew zusah.

Ende des Verfahrens

Brunel soll Epstein Models und "exotische Teenies" zugeführt haben. Ihm wurden unter anderem die Vergewaltigungen von 12-jährigen Drillingen vorgeworfen. Er soll die drei Schwestern nach Amerika geflogen haben, damit sie von Epstein als "Geburtstagsgeschenk" missbraucht werden konnten. In einer eidesstattlichen Erklärung aus dem Jahr 2015 hatte Giuffre ausgesagt, Epstein habe damit geprahlt, er habe "mit über 1000 von Brunels Mädchen geschlafen".

Brunel war im Dezember 2020 am Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle festgenommen worden, als er einen Flug nach Dakar antreten wollte. Er selbst hatte stets seine Unschuld beteuert.

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Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.


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