Erbeutete Panzer Seemann auf entführtem Frachter gestorben


Die somalischen Piraten, die vor der Küste Ostafrikas ein Schiff mit Panzern und Waffen erbeutet hatten, fordern jetzt 24 Millionen Euro Lösegeld. Mittlerweile ist ein russischer Seemann auf entführtem Frachter gestorben.

Die Lage auf dem vor Somalia entführten ukrainischen Schiff spitzt sich zu. Wie der Kapitän am Sonntag per Satellitentelefon der Nachrichtenagentur AP sagte, ist ein russisches Besatzungsmitglied an Bluthochdruck gestorben. Den anderen Seeleuten an Bord gehe es jedoch gut.

Somalische Piraten haben für das erbeutete Schiff voller militärischer Ausrüstung ein Lösegeld von 24 Millionen Euro gefordert. Dies teilte die regierungsunabhängige Organisation "East African Seafarers" Assistance Programme" mit, die die Überfälle am Horn von Afrika registriert und über gute Kontakte in Somalia verfügt.

Die kenianische Regierung, für die die Ladung aus der Ukraine bestimmt war, erklärte, sie werde nicht über ein Lösegeld verhandeln. "Wir bemühen uns, das entführte Schiff und seine militärische Lieferung sicherzustellen", hieß es in einer Stellungnahme.

Das Schiff war am Freitag mit 33 T-72-Panzern, Granatwerfern und Munition erbeutet worden. 17 der 21 Besatzungsmitglieder stammen aus der Ukraine, die übrigen aus Russland und Lettland. Die Waffen drohen den innersomalischen Konflikt zu schüren: In dem ostafrikanischen Land haben islamische Extremisten zuletzt eine Offensive gegen die vom Westen unterstützte Übergangsregierung begonnen. Experten zufolge haben sie in den vergangenen Wochen weite Teile des Südens erobert.

Nach Angaben der Seafarers-Organisation ließen Piraten am Samstag gegen ein Lösegeld von umgerechnet 1,4 Millionen Euro einen malaysischen Chemikalienfrachter frei. "Das Lösegeld wurde von der malaysischen Marine überbracht, die in der Gegend unterwegs war", sagte der Sprecher. Am Freitag wurde demnach ein griechisches Schiff mit einer 19-köpfigen rumänischen Besatzung entführt.

Piraten haben in diesem Jahr mehr als 30 Schiffe vor dem Horn von Afrika gekapert. Das Seegebiet gilt inzwischen als das gefährlichste weltweit. Damit ist zugleich eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten zwischen Europa und Asien bedroht. Russland hat inzwischen ein Kriegsschiff vor die Küste Somalias geschickt, um die Handelsroute zu schützen. Die Piratenbanden verlangen häufig große Summen Lösegeld und erhalten es auch.

Reuters/AP AP Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker