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Erneuter Anschlag in Nord-West-Pakistan: Selbstmordattentäter jagt sich mit 15 Kilogramm Sprengstoff in die Luft

Bei einem erneuten Selbstmordanschlag im Nordwesten Pakistans sind am Samstag mindestens zehn Menschen getötet worden

Bei einem Selbstmordanschlag im Nordwesten Pakistans sind am Samstag mindestens zehn Menschen getötet worden. Mindestens 37 weitere wurden nach Polizeiangaben verletzt, als sich der Attentäter südlich der Stadt Mingora im Swat-Tal in die Luft sprengte. Erst am Vortag waren bei einem Doppelanschlag in der ostpakistanischen Stadt Lahore zahlreiche Menschen ums Leben gekommen, die Zahl der Todesopfer stieg auf mindestens 57.

Der Attentäter im Swat-Tal hatte am Morgen versucht, sich zu Fuß Zugang zu einem Regierungsgebäude in Saidu Sharif zu verschaffen, das von Polizei- und anderen Sicherheitskräften genutzt wird, wie ein hochrangiger Polizeivertreter der Nachrichtenagentur AFP am Telefon sagte. Als er von Polizisten aufgehalten wurde, zündete er seinen 15 Kilogramm schweren Sprengsatz.

Unter den Toten waren nach Polizeiangaben drei Sicherheitskräfte und ein neunjähriges Kind. Ein Armeesprecher bestätigte die Angaben. Demnach wurden zwei Polizisten und ein Soldat getötet. Sicherheitskräfte riegelten den Anschlagsort weiträumig ab, Geschäfte und Marktstände wurden geschlossen.

Das Swat-Tal war einst ein beliebtes Feriengebiet in Pakistan. Im April vergangenen Jahres hatte die Armee versucht, die Islamisten-Hochburg mit einer Großoffensive wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Obwohl das Militär die Region inzwischen als sicher bezeichnet und die meisten der zwei Millionen Flüchtlinge zurückkehrten, gibt es immer wieder Anschläge.

Erst am Freitag hatten sich zwei Selbstmordattentäter in Lahore im Osten Pakistans in die Luft gesprengt. In der Nacht zum Samstag starben zwölf Schwerverletzte in Krankenhäusern, wie ein Polizeivertreter sagte. Die Zahl der Todesopfer stieg damit auf 57. Nach dem Anschlag hatten Vertreter der Sicherheitskräfte zunächst von 45 Toten gesprochen. Mehr als 130 weitere wurden verletzt, als die Attentäter ihre Sprengsätze in der Nähe eines belebten Marktes zündeten. Ziel des Anschlags war ein Konvoi von Armeefahrzeugen.

In Pakistan wurden seit Mitte 2007 über 3000 Menschen bei Anschlägen getötet. Die meisten waren von pakistanischen Taliban-Kämpfern verübte Selbstmordattentate. Ziel waren meist Soldaten, Polizisten oder öffentliche Gebäude. Zunehmend sind aber auch Zivilisten von den Anschlägen betroffen.

AFP / AFP