Dem Buckelwal in der Ostsee gehen die Kräfte aus. Die Zeit wird knapp für den Meeressäuger. Alle Entwicklungen im stern-Newsblog.
Nachdem der in der Ostsee verirrte Buckelwal zunächst an der schleswig-holsteinischen Küste befreit werden konnte, schwamm er weiter in Richtung Osten und damit in die falsche Richtung. Um zu überleben, müsste er die Nordsee und den offenen Atlantik erreichen.
Auf einer Pressekonferenz des Umweltministeriums in Wismar mit mehreren Experten wurde am Sonntag deutlich, wie schlecht es dem Meeressäuger geht. Er habe Teile einer Leine oder eines Fischernetzes im Maul, hieß es. Außerdem mache er einen geschwächten Eindruck, der Zustand der Haut sei schlecht.
Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen im stern-Newsblog:
Wichtige Updates
Eugen Epp
Das Tier sei in der Nacht durchgängig beobachtet worden und habe auch geatmet, sagt der Ministeriumssprecher. In der Nacht sei die Polizei für die Bewachung zuständig gewesen. „Es wurde ein Schichtsystem eingerichtet, um zu gewährleisten, dass der Wal nicht unbeobachtet ist.“
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Eugen Epp
Beamte der Wasserschutzpolizei sind gemeinsam mit Meeresbiologen von Greenpeace mit einem Schlauchboot zu dem Buckelwal gefahren. „Um zu sehen, wie sich der Zustand des Wals darstellt”, sagt ein Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern der Deutschen Presse-Agentur. Wie es dann weitergeht – ob also der Wal weiter seine Ruhe bekommen oder er für einen Aufbruch aus eigenem Antrieb angestupst werden soll – hänge von der Situation ab.
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Eugen Epp
Buckelwal liegt noch immer vor Wismar im Wasser
Auch am Montagmorgen liegt der Wal noch immer in der Bucht vor Wismar. Über Nacht hat er sich nicht befreien können. „Die Situation ist noch so wie gestern”, sagt ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Wismar der Deutschen Presse-Agentur. Das Tier habe sich nicht von der Stelle bewegt. Gleichzeitig gebe es nun weniger Wasser als am Sonntag. Das mache die Lage ein bisschen schwieriger.
Wie es nun weitergeht, kann der Sprecher nicht sagen. Das müssten die Experten entscheiden, wenn sie sich ein Bild von der Lage gemacht haben.
Wie es nun weitergeht, kann der Sprecher nicht sagen. Das müssten die Experten entscheiden, wenn sie sich ein Bild von der Lage gemacht haben.
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Tim Schulze
Hunderte Schaulustige beobachten von der Seebrücke den Wal in der Wismarbucht. Vermutlich sehen sie dem langsamen Sterben des jungen Buckelwals zu, der immer schwächer wird. Aber: Die Experten haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass das Tier doch noch losschwimmt. Die Anteilnahme ist groß.
Bodo Marks / DPA
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Thomas Krause
Wal hat reduzierte Atemfrequenz
Die Atemfrequenz des Buckelwals vor der Ostseeküste ist reduziert. Das teilt das Deutsche Meeresmuseum auf seiner Internetseite mit. Der Wal sei geschwächt, sagte die Biologin Lisa Klemens vom Deutschen Meeresmuseum am frühen Abend auf Nachfrage. Sie sei selbst bis vor Kurzem vor Ort gewesen. Seine Lage sei unverändert. Aber: „Er hat die Möglichkeit, sich wegzubewegen, wo er aufliegt momentan.“
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Tim Schulze
Die Lage ist unverändert. Der junge Buckelwal schwimmt in der Wismarbucht. „Wir lassen den Wal weiter in Ruhe – in der Hoffnung, dass er Kraft sammelt, und behalten die Lage im Blick“, sagt Anja Gallus, Walforscherin am Deutschen Meeresmuseum in Stralsund der "Ostsee-Zeitung". Die Wasserschutzpolizei ist weiterhin vor Ort und beobachtet das geschwächte Meerestier.
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Annette Berger

Angesichts des vermutlich schlechten Gesundheitszustandes des Wals haben sich die Verantwortlichen in Mecklenburg-Vorpommern auch schon damit beschäftigt, wie es weiter geht, sollte das Tier sterben. Die Worst-Case-Betrachtungen hätten "längst" stattgefunden, hatte Umweltminister Backhaus am Mittag in der Pressekonferenz gesagt, aber keine Details genannt. "Wir hoffen immer noch, dass wir in die Situation nicht kommen."
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Annette Berger

Auf Fotos, die Greenpeace mit einer Drohne gemacht hat, ist der Meeressäuger an seiner Position in der Wismarbucht gut zu sehen. Aktuell wird gehofft, dass der Wal Kraft tankt und dann weiter schwimmt.
Foto: Daniel Müller/Greenpeace Germany/dpa
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Annette Berger

Am Rande der Debatte um die Walrettung kocht ein Streit zwischen Politik und Behörden mit dem Biologen Robert Marc Lehmann hoch. Er wirft den Verantwortlichen vor, ihn von weiteren Aktionen ausgeschlossen zu haben. Umweltminister Backhaus hatte auf der Pressekonferenz am Sonntagmittag jedoch gesagt „Wir haben niemanden ausgeschlossen.“ Lehmann, der sehr aktiv ist in den sozialen Medien, hatte sich bei der Rettung des Wals in Timmendorfer Strand engagiert und war im Neoprenanzug zu dem Tier ins Wasser gestiegen.
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Annette Berger

Eine weitere Gefahr droht dem Wal auch durch fallende Pegelstände. Darauf wies Professor Burkard Baschek, der Direktor des Meeresmuseums Stralsund, hin. Der Ozeanograph geht davon aus, dass der Wasserstand an der Stelle, wo sich der Wal befindet, in der kommenden Nacht um bis zu 40 Zentimeter sinken wird. Dann wäre es für das Tier noch schwerer, weiter zu schwimmen. Noch könnte es sich in Bewegung setzten. Der Wal liegt ja nur im flachen Wasser, ist aber nicht auf Grund gelaufen. Doch bis zum frühen Nachmittag verharrte der Meeressäuger an seiner Position. Die Einschätzung des Experten können Sie in diesem Video sehen.
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Annette Berger

Damit der Wal in Ruhe gelassen wird, haben die Behörden nach Angaben von Umweltminister Till Backhaus inzwischen ein Sperrgebiet in einem Umkreis von 500 Metern um den Wal erlassen. Schiffführer würden darüber per Funk informiert.
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Annette Berger

Die Pressekonferenz ist zu Ende. Das Fazit: Eigentlich könnte der Wal wegschwimmen. Er steckt nicht fest vor Wismar, sondern liegt im flachen Wasser. Nach der viertägigen Strandung in Schleswig-Holstein ist er jedoch schwach. Außerdem hat er Teile einer Leine im Maul. Man hofft weiter auf Rettung, rechnet aber auch mit dem Tod des Tiers.
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Annette Berger

Auch wenn der Wal weiter schwimmt, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er sich wieder festschwimmt, heißt es auf der Pressekonferenz. Eigentlich sei das Wasser für ihn tief genug. Der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack hatte zuvor auch der DPA gesagt, dass der Wal nicht feststecke, sondern im zwei Meter tiefen Wasser liege. Auf der Pressekonferenz wird deutlich, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Wal in der Ostsee sterben wird. Es sei aber nicht möglich, das Tier einzuschläfern.
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Annette Berger

Der Wal könne sich theoretisch selbst befreien, sagt der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, Professor Burkard Baschek. Es sei wichtig, dem Tier jetzt seine Ruhe zu lassen. Allerdings müsse der Meeressäuger auch selbst wieder zurück in den Atlantik finden, was schwierig sei.
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Annette Berger

Der Wal macht einen deutlich geschwächten Eindruck. Das ist das Fazit der Experten, die aktuell in Wismar auf einer Pressekonferenz des Umweltministeriums informieren. Der Meeressäuger bewege sich weniger. Auch der Zustand der Haut sei schlecht. Allerdings sei sein Ernährungszustand noch gut, sagt Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Buckelwale könnten wochenlang ohne Nahrung auskommen.
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DPA