HOME

Festgefrorenes Polarschiff: Auch zweiter Eisbrecher muss aufgeben

Ein Eisbrecher musste bereits den Rückzug antreten. Jetzt ist auch der zweite Rettungsversuch gescheitert. Weiterhin ist das Forschungsschiff "Akademik Shokalskiy" in der Antarktis eingeschlossen.

Seit dem ersten Weihnachtsfeiertag sitzt die "MV Akademik Shokalskiy" im antarktischen Eis fest. Die Expeditionsteilnehmer nehmen es gelassen und machen schöne Fotos.

Seit dem ersten Weihnachtsfeiertag sitzt die "MV Akademik Shokalskiy" im antarktischen Eis fest. Die Expeditionsteilnehmer nehmen es gelassen und machen schöne Fotos.

Ein weiterer Versuch, die 74 im Eis der Antarktis eingeschlossenen Expeditionsteilnehmer zu retten, ist vorerst gescheitert. Der Eisbrecher "Aurora Australis", der sich einen Weg zu dem Forschungsschiff "MV Akademik Shokalskiy" bahnen sollte, musste am Montag zunächst aufgeben, wie die australische Seesicherheitsbehörde (Amsa) mitteilte.

Der Eisbrecher kam nur bis auf etwa 18 Kilometer an das Forschungsschiff heran. In der Region blase heftiger Wind, es gebe Schneefälle, teilte die Behörde mit. Bei schlechter Sicht sei eine Weiterfahrt zu gefährlich geworden. Deshalb bewege sich die "Aurora" jetzt zunächst wieder zurück in Richtung offenes Meer. Ein neuer Rettungsversuch sei geplant, sobald sich das Wetter bessere.

Besatzung nicht in Gefahr

Auch eine Hubschrauberrettung der Expeditionsteilnehmer sei unter den Wetterbedingungen nicht möglich. Die Menschen an Bord seien nicht in Gefahr, die Stimmung sei gut und die Vorräte reichten für Wochen, versicherte die Behörde.

Dass es ihnen gut geht, lassen die Expediteure die Welt auf sämtlichen Social-Media-Kanälen wissen. Expeditionsleiter Chris Turney twittert unentwegt. Einen guten Einblick in das Geschehen auf dem Schiff bietet auch dieses Youtube-Video. Verzweiflung sieht in der Tat anders aus.

Das Forschungsschiff war am ersten Weihnachtstag auf dem Rückweg nach Neuseeland 2800 Kilometer südlich von Hobart plötzlich vom Eis eingeschlossen worden. An Bord sind neben Wissenschaftlern auch 26 Touristen. Bereits am Freitag war ein chinesischer Eisbrecher mit einem Rettungseinsatz gescheitert.

kgi/DPA / DPA