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Projekt 23550: Eisbrecher und Kriegsschiff: Russlands Machtkampf um die Arktis

Sie sind mit Marschflugkörpern, Raketen und Kampfhubschraubern bewaffnet und können eine geschlossene Eisdecke durchpflügen – das Projekt 23550 ist perfekt gerüstet für das Eismeer.

Die Animation zeigt das Schiff in seinem Lebensraum.

Die Animation zeigt das Schiff in seinem Lebensraum.

Wer die Arktis beherrschen will, braucht Eisbrecher. Nur wer das Eis meistern kann, kann auch um den Nordpol herum operieren. Mächte, die nur bei Schönwetter in dem Gebiet beweglich sind, haben von vornherein verloren.

Während die Welt auf die Ost-Ukraine, das Baltikum und Syrien blickt, findet der eigentliche russische Aufmarsch im Norden statt. Schließlich beansprucht Moskau einen Großteil des Gebietes als Teil des eigenen Festlandsockels. Bei den Eisbrechern macht Russland schon heute niemand etwas vor: Moskau unterhält eine Flotte von etwa 40 Schiffen und hat weitere, darunter gewaltige atomgetriebene Modelle, auf Kiel gelegt. Die USA können dagegen derzeit nur einen Eisbrecher aufbieten.

Russland plant gigantischen Nuklear-Eisbrecher


Ein Kampfschiff designt für das Eismeer

Nun legt Moskau weiter nach und baut erstmals eisbrechende Kriegsschiffe – sie können im Eismeer selbstständig besser manövrieren als jedes andere Kriegsschiff und sind gemessen an ihrer Größe schwer bewaffnet. Das Projekt 23550 wird offiziell als "Eis-Klassen-Patrouillen-Schiff" geführt. Mit 114 Metern Länge und 6800 Tonnen Wasserverdrängung sind die Schiffe in etwa so lang wie ein Zerstörer aus dem Zweiten Weltkrieg, jedoch wesentlich massiger gebaut. Heutzutage entsprächen sie in etwa einer Korvette, die dickbäuchigen Schiffe sind aber schwerer als etwa die Fregatten der Sachsen-Klasse.

 


Gebaut werden die Schiffe in St. Petersburg. Zwei Exemplare sollen bis 2020 ausgeliefert sein. Bestellt wurden die Schiff im Frühjahr 2016, am 20. April soll das erste Exemplar auf Kiel gelegt werden, teilte die Werft jetzt mit. Computer-animierte Bilder zeigen, dass das Projekt 23550 mit einer 100-mm-Kanone bewaffnet ist, ebenso besitzen die Schiffe ein Flugdeck und einen Hangar. Außerdem sind zwei Standard-Werfer für Raketen und Marschflugkörper mit je vier Abschussrohren vorgesehen. Sie könnten mit Anti-Schiffs-Raketen oder Marschflugkörpern bestückt werden.

Eisbrecher: Fahren, wo andere stecken bleiben

Das Besondere an den Schiffen ist ihre Fähigkeit, Eis zu brechen: Sie sollen selbstständig Gewässer befahren können, die von einer bis zu 1,5 Meter dicken Eisschicht bedeckt sind. Andere Arktis-Anrainer besitzen oder planen ebenfalls eissichere Patrouillen-Boote. Norwegen hat zum Beispiel den Eisbrecher Svalbard, Kanada plant die verwandte Harry-DeWolf-Klasse. Diese Schiffe gehören zwar zum Militär, sie sind aber nur mit leichten Maschinenkanonen bewaffnet und sollen vor allem Schiffswege freihalten und entlegene Küsten anlaufen können. Echte Kriegsschiffe - gebaut für ein Seegefecht - sind sie nicht. Das russische Projekt 23550 hingegen ist ein echter Warfighter. Hinzu kommt, dass das vergleichsweise kleine Schiff atomwaffenfähige Marschflugkörper verschießen kann.

Präsident Putin besucht das "Franz-Josef-Land". Neben Umweltschutz und wirtschaftlicher Entwicklung stand auch der militärische Schutz der russischen Interessen auf dem Programm. 

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Viel Feuerkraft auf kleinen Booten

Russland baut ohnehin in den letzten Jahren kleine Schiffe, die mit extrem schweren Waffen ausgestattet sind. Von dem nur 500 Tonnen schweren Mini-Booten der Bujan-Klasse wurden im Jahr 2015 Ziele in Syrien aus dem kaspischen Meer heraus mit Lenkwaffen angegriffen. Für die Nato war das ein Schock, mit derartig weitreichenden Waffensystemen werden im Westen nur Zerstörer wie die Arleigh-Burke-Klasse ausgerüstet.

HMS Diamond

Kein Gegner in Sicht

Einmal in Dienst gestellt, dürften die Schiffe des Projekts 23550 das Eismeer unangefochten beherrschen. Der Nordpol wird dann zum "Mare Putin".  Es ist nicht nur die Bewaffnung mit weitreichenden Anti-Schiffsraketen und Marschflugkörpern, die die Schiffe gefährlich macht, sondern ihre Fähigkeit, Gebiete frei befahren zu können, die für westliche Überwasserschiffe wegen der Eisdecke tabu sind. Würden sich ähnlich stark bewaffnete Einheiten der USA in diese Gewässer trauen, wären sie einfache Ziele, weil sie sich nur in den begrenzten schiffbaren Zonen bewegen könnten oder auf die Rinne eines Eisbrechers angewiesen wären.

Hinzu kommt, dass sich das Projekt 23550 in eine Flotte von Neubauten einreiht, die für das Nordmeer konzipiert wurden. Dazu gehören Eisbrecher, Tanker und bewaffnete Versorgungsschiffe - Projekt 23550 ist die stählerne Faust dieser russischen Eis-Armada.


Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.