Fluglinien Azubi verursacht beinahe Katastrophe


Betrunkene und unachtsame Piloten, überforderte Azubis: Was sich bei manchen Fluggesellschaften über und unter den Wolken abspielt, möchte man als Passagier lieber nicht wissen. In den USA hätte ein Azubi beinahe eine Katastrophe verursacht, weil er irrtümlicherweise eine Startgenehmigung erteilte. Und in der Türkei durfte ein Knirps an den Steuerknüppel.

Die Serie der Merkwürdigkeiten und Auffälligkeiten bei Fluggesellschaften reißt nicht ab: So ist im US-Bundesstaat Pennsylvania eine Linienmaschine von United Airlines nur knapp einer Katastrophe entgangen. Während des Startmanövers sahen die Piloten des United-Flugs ein Kleinflugzeug vom Typ Cessna auf der gleichen Landebahn; bei einer Geschwindigkeit von rund 225 Stundenkilometern bremsten sie abrupt und konnten dem viersitzigen Kleinflugzeug gerade noch ausweichen, wie der Lehigh-Valley-Flughafen bei Allentown und die Luftfahrtbehörde mitteilten.

Die United-Maschine verfehlte die Cessna bei dem Zwischenfall dank des Ausweichmanövers um drei Meter. Keiner der 60 Passagiere wurde verletzt. Die Cessna war kurz zuvor gelandet und hatte offenbar die ihr zugewiesene Ausfahrt der Landebahn verpasst. Die Vereinigung der Fluglotsen (NATCA) erklärte, ein Auszubildender habe dem United-Express-Flug daraufhin irrtümlicherweise die Startgenehmigung erteilt. Allentown liegt rund 80 Kilometer nördlich von Philadelphia. Flug 7138 sollte nach Chicago gehen. Nach dem Startabbruch wurde der Flug verschoben.

Bei einem anderen Fall, der sich in der Türkei abspielte, ist nicht klar, wie groß die Gefährung für die Passagiere wirklich war. Denn: Ein Pilot der türkischen Fluggesellschaft Anadolujet ist entlassen worden, weil er einen 15-jährigen Passagier über den Wolken an den Steuerknüppel gelassen hat. Türkische Zeitungen veröffentlichten ein Bild, das den Jungen auf einem Flug von Ankara nach Erzurum in fast 10.000 Metern Höhe stolz im Pilotensitz zeigt. Der Skandal sei bekannt geworden, weil er das Bild ins Internet gestellt habe.

Die türkische Internetseite "Airporthaber" ("Airport-Nachrichten") berichtete, der Junge sei verrückt nach Flugzeugen und habe bereits im Simulator geübt. Er habe den Piloten der Boeing 737-400 einen Katalog mit Fragen übergeben und sei dann ins Cockpit eingeladen worden. Im Pilotensitz habe er gesessen, während der Flugkapitän auf der Toilette war. Der Co-Pilot habe die Maschine zu diesem Zeitpunkt gesteuert. Anadolujet ist eine Billigfluglinie der Turkish Airlines.

Auch in Spanien sind zwei Piloten aufgefallen: Die Angestellten der Fluggesellschaft Air Europa haben sich wenige Stunden vor einem Linienflug in offensichtlich angetrunkenem Zustand eine Schlägerei geliefert. Wie die Zeitung "Faro de Vigo" berichtete, wurden die beiden Männer - ein Pilot und sein Ko-Pilot - von der Polizei im Zentrum der nordwestspanischen Hafenstadt Vigo aufgegriffen.

Dort hatten sie vor ihrem Hotel aufeinander eingeschlagen. Fünf Stunden später sollten sie eine Linienmaschine von Vigo nach Madrid fliegen. Air Europa suspendierte die Piloten bis auf weiteres vom Dienst. Das Unternehmen schickte eine neue Cockpit-Besatzung nach Vigo, die das Flugzeug mit mehrstündiger Verspätung nach Madrid brachte. Der Anlass der Prügelei zwischen den Piloten war zunächst nicht bekannt.

DPA/AP/web AP DPA

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