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Flugzeug-Kollision über Wisconsin Fallschirmspringer retten sich aus brennender Maschine


Aufnahmen eines Fallschirmspringers zeigen unglaubliche Szenen: Zwei Flugzeuge kollidieren im Flug, eines fängt Feuer. Menschen und Wrackteile fliegen umher - trotzdem gibt es ein Happy End.
Von Alexander Meyer-Thoene

Über den Wolken des US-Bundestaates Wisconsin haben eine Gruppe von Fallschirmspringern und ihre Piloten unglaubliches Glück gehabt. Vier Mitglieder des Teams wollten ursprünglich am 3. November aus 3600 Metern einen Sprung absolvieren, als ihre Cessna mit einem zweiten Flugzeug mitten in der Luft kollidierte. Diese ging nach dem Zusammenprall sofort in Flammen auf und stürzt mit nur noch einer Tragfläche in Richtung Boden. Wie durch ein Wunder gelang es den Fallschirmspringern beider Flugzeuge, aus den in Not geratenen Maschinen zu entkommen. Auch die Piloten konnten sich auf spektakuläre Weise retten. Das Videomaterial, welches dem US-Sender NBC exklusiv vorliegt, zeigt die Ereignisse, die von der Helmkamera eines Springers festgehalten wurden.

"Es war Zeit zu gehen"

Der Ausbilder Mike Robinson, 64, der sich in der oberen Cessna befand, schilderte nach der Beinahe-Katastrophe die Ereignisse der Nachrichtenagentur "Associated Press": "Wir waren einige Sekunden davor, einen normalen Sprung zu absolvieren, als die Zweitmaschine über das Leitflugzeug schwenkte und in dieses hineinkrachte. Es ging sofort in Flammen auf und verlor einen der Flügel." Die vier Mitglieder des Teams waren zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Leitflugzeug geklettert. Auch in der Zweitmaschine waren bereits drei der fünf Springer bereit zum Absprung.

"Wir wussten alle sofort, dass wir zusammengestoßen waren, denn der Flügel über unseren Köpfen war weg, also war es Zeit zu gehen." Robinson sah darauf, wie sein brennendes Flugzeug abstürzte und in der Luft zerbrach – wie durch ein Wunder schaffte es auch der Pilot, sich mit dem Notfallschirm zu retten. "Als wir uns umschauten, sahen wir den abgebrochenen Flügel. Wir sahen brennende Flugzeugteile, die mit uns auf die Erde zurasten. Wir waren schneller als diese Teile, also war es unser Ziel, uns von dem Aufprallort zu entfernen."

“Wir haben viel Glück gehabt“

In der Zweitmaschine wurden bei dem Crash, laut AP, drei der Fallschirmspringer sofort hinausgeschleudert - zwei weitere schafften den Absprung. Dem Piloten gelang es, trotz Schäden am Propeller und an den Flügeln, sicher auf dem Heimatflughafen zu landen. Roland Herwig, Sprecher der US-Bundesluftfahrtbehörde, erklärte später, das Leitflugzeug sei in drei Teile zerbrochen. Die Wrackteile seien nahe dem Flughafen und über einem anliegenden Gewerbegebiet niedergegangen.

Bei einem Unglück in Belgien, im Oktober, waren Elf Fallschirmspringer umgekommen, als ihr Flugzeug nach dem Start einen Flügel verlor und zu Boden stürzte. In Wisconsin hingegen kamen alle Beteiligten ohne Verletzungen davon. Dies lag mit Sicherheit auch daran, dass alle Teammitglieder bereits hunderte Sprünge absolviert haben. Gegenüber NBC sagte Mike Robinson: "Wir haben alle auch viel Glück gehabt."


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