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Lübeck: Frau wählt die 110 – weil sie mit ihrem Friseur unzufrieden ist

Die Polizei im schleswig-holsteinischen Lübeck wurde zu einem kuriosen "Notfall" in einem Friseursalon gerufen: Eine Kundin war mit der neuen Farbe ihrer Haare unzufrieden.

Eine Frau beim Friseur

Die Lübecker Polizei sah sich für den Ärger beim Friseur nicht zuständig (Symbolbild)

Picture Alliance

Die 110 ist für Notfälle da – das weiß jedes Kind. Bloß, was ein Notfall ist, definiert wohl jeder für sich. Eine Frau aus Lübeck in Schleswig-Holstein sah offenbar schon eine in ihren Augen verpfuschte Frisur schon als solchen an.

Sie habe nach Angaben der Lübecker Polizei am Mittwochnachmittag unter der Notrufnummer in der Leitstelle der Beamten angerufen, direkt aus einem Friseursalon im Zentrum der Marzipanstadt.

Lübeck: "Riesenproblem" mit dem Friseur

Dem Beamten am anderen Ende der Leitung habe sie ihr "Riesenproblem" geschildert, teilte die Polizei mit: Sie sei mit der Leistung ihres Friseurs vollkommen unzufrieden gewesen. Es ging offenbar um die Färbung ihrer Haare, denn die Anruferin soll sich beschwert haben, dass sie schon drei Mal "umgefärbt" worden sei. Sie habe sich nicht anders zu helfen gewusst, erzählte die Kundin laut Polizei.

Doch in der Notrufzentrale stieß sie offenbar auf taube Ohren, schon gar nicht ist ein Streifenwagen mit Blaulicht zu dem "Notfall" in der Innenstadt gerast. Vielmehr habe der Beamte der Anruferin deutlich gemacht, dass die Polizei im Wiederholungsfall prüfen werde, ob Ermittlungen gegen die Frau aufgenommen werden – wegen "Missbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln", wie es im Strafgesetzbuch heißt. Immerhin drohen danach bis zu ein Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe.

"Wir helfen immer gerne, aber für eine ausführliche Frisurenberatung ist die Polizei nicht der richtige Ansprechpartner, schon gar nicht der Notruf", stellten die Lübecker Beamten nach dem kuriosen Anruf in einer Mitteilung klar.

+++ Weitere Polizeimeldungen lesen Sie hier in den stern-Nachrichten aus Deutschland +++

Hairstyling mit der Axt

Quellen: Polizei Lübeck und Ostholstein, §145 Strafgesetzbuch

wue