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Füchse, Waschbären, Marder: Diese Wildtiere leben alle in Berlin

Wer glaubt, eine Großstadt sei allein von Menschen, Hunden und Katzen besiedelt, irrt. Auf Foto-Safari mit dem Wildtierexperten Ehlert durch Berlin.

Von Georg Meggers

Ein Waschbär in Berlin

Waschbären stammen aus Nordamerika, in Europa gibt es freilebende Waschbären seit 1934. "Sie schätzen die Nahrung in der Stadt, etwa 400 bis 500 Familien gibt es in Berlin", sagt Ehlert. Tagsüber schlafen die Raubtiere gerne in leerstehenden Gebäuden, sie gehen bevorzugt in der Dunkelheit auf die Jagd. Sie suchen in den Berliner Gewässern etwa nach Fischen oder Fröschen. Waschbären sind Wildtiere und sollten nicht gefüttert werden.

Wildtiere und Stadt: für viele eine ungewöhnliche Kombination. Gehören Tiere nicht in die freie Natur? Derk Ehlert, Wildtierexperte und Mitarbeiter der Pressestelle der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, widerspricht: Wie der Mensch bewohnen auch sie Berlin. Ehlert stammt aus Berlin und möchte an keinem anderen Ort arbeiten, den Experten zieht es nicht in die Wildnis. Dass Wildtiere sich in Berlin heimisch fühlen, fasziniert ihn.

Für eine Berlin-Safari schlägt Ehlert als Treffpunkt den Neptunbrunnen am Alexanderplatz vor. Wildtiere leben nicht nur in den Wäldern und Randgebieten von Berlin. Ehlert zeigt auf den Turm am Rathaus: Dort leben die seltenen Wanderfalken und ziehen hier am Alex jedes Jahr ihre Jungen in einem Brutkasten groß. Auch am Fernsehturm versuchten sie schon zu brüten.

Zusammenleben von Mensch und Tier

Einige Stadtbewohner wenden sich an das vom Land Berlin unterstützte Wildtiertelefon des Naturschutzbundes mit der Bitte, die Wildtiere, die ihnen über den Weg liefen, zurück in den Wald zu bringen. "Das machen wir allerdings nicht", sagt Ehlert. Die Menschen werden stattdessen beraten, wie sie mit den Tieren umgehen können. Ehlert befürwortet die Biodiversität, die biologische Vielfalt in Berlin. Er wirbt dafür, dass Menschen und Tiere in der Hauptstadt zusammenleben. "Berlin ist die artenreichste Stadt in Deutschland, vielleicht sogar in Europa", sagt Ehlert. Dass Tiere in der Stadt leben, sei keineswegs ungewöhnlich, sie hätten sich den urbanen Stadtraum erobert. Es gebe sehr verschiedene Biotope in Berlin, freie Flächen, Wälder, Betonflächen, grüne Verbindungsachsen, Flüsse und Kanäle, in und an denen Pflanzen und Tiere existieren.

Die Big Five in Berlin seien Wildschweine, Füchse, Waschbären, Mader und Kaninchen. Ehlert wird häufig nach ihnen gefragt. Er wolle die Menschen mitnehmen, ihnen sagen, dass Tiere in der Stadt wichtig seien. Füchse und Wildschweine hätten inzwischen ein gutes Image in Berlin, viele Menschen freuten sich über sie. In unserer Bilderstrecke sehen Sie einige tierische Bewohner der Hauptstadt.