Geiseldrama auf Luxus-Yacht Soldaten nehmen Piraten fest


Nach dem Geiseldrama vor Somalia: Französische Soldaten haben sechs der Piraten festgenommen. Die befreiten Geiseln sind inzwischen nach Dschibuti gebracht worden, wo die französische Armee einen großen Stützpunkt unterhält. Auch die Luxus-Yacht haben die Piraten freigegeben.

Nach der Freilassung der Besatzung der französischen Luxusyacht vor der Küste Somalias sind sechs Piraten gefasst worden. Sie seien von französischen Soldaten "festgenommen worden", sagte der französische Vize-Admiral Edouard Guillaud. Die Besatzung der vor einer Woche am Horn von Afrika von somalischen Piraten gekaperten französischen Yacht ist wieder frei. Die rund 30 Geiseln seien "ohne Zwischenfall" freigekommen, erklärte Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy. Sarkozy drückte in einem Kommuniqué den französischen Streitkräften und allen staatlichen Stellen seine tiefe Dankbarkeit aus, die eine schnelle und zwischenfallsfreie Lösung der Geiselnahme ermöglicht hätten. Aus seiner Erklärung ging nicht hervor, wann und wie die Piraten ihre Geiseln freiließen.

Die somalischen Piraten haben mit den Geiseln auch den französischen Luxussegler "Le Ponant" freigegeben. Das Schiff sei auf See, teilte die Reederei CMA-CGM der Nachrichtenagentur dpa in Paris mit. Der Dreimaster wird nun am Dienstag im Nachbarland Dschibuti erwartet, wo die Franzosen einen großen Militärstützpunkt besitzen.

Die Geiseln, 22 Franzosen und sechs Philippiner, waren am Freitag bei guter Gesundheit und wurden auf einen französischen Militärstützpunkt in Dschibuti gebracht, wie das philippinische Außenministerium unter Berufung auf Informationen aus Paris erklärte. Von Dschibuti sollten sie in wenigen Tagen nach Paris weiterfliegen.

Frankreich hatte Elitetruppen geschickt

Fischer in dem Ort Eyl, rund 500 Kilometer nördlich von Mogadischu, sagten der Nachrichtenagentur AP, dass die Geiseln im Morgengrauen von kleinen Booten abgeholt wurden. Sie hätten die leeren Boote ausfahren sehen. "Als der Tag anbrach, sahen wir die gleichen Boote an uns vorbeifahren. Sie haben uns gewinkt", sagte der Fischer Abdi-Salan Qoje. Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner zeigte sich hoch erfreut über das glückliche Ende der Geiselnahme. Ob ein Lösegeld gezahlt wurde, war nicht bekannt.

Frankreichs Elitetruppen waren dem Schiff auf den Fersen. Frankreich hatte eine Eliteeinheit der Streitkräfte in die Region entsandt, um den Bemühungen um die Freilassung der Geiseln Nachdruck zu verleihen. Auch eine französische Fregatte und ein Aufklärungsflugzeug von der französischen Basis in Dschibuti beobachteten die Lage auf der Luxus-Yacht. Die etwa zehn Piraten hatten die französische Luxus-Yacht "Le Ponant" am 4. April gekapert. Das Schiff war von den Seychellen Richtung Mittelmeer unterwegs. Die "Le Ponant" ist 88 Meter lang und verfügt über vier Decks.

AFP/DPA/AP AP DPA

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