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Unglück in Italien Prozess um verheerenden Brückeneinsturz in Genua vor fast vier Jahren beginnt

Die neu errichtetet Morandi-Brücke in Genua
Nach dem Einsturz 2018 stand zwei Jahre später eine neue Brücke in Genua. 
© HochZwei/Syndication / Imago Images
Während eines Unwetters stürzte die Morandi-Brücke in Genua vor vier Jahren in sich zusammen und riss 43 Menschen in den Tod. Nun beginnt der Prozess gegen die mutmaßlichen Verantwortlichen.

Fast vier Jahre nach dem verheerenden Einsturz der Morandi-Brücke in Genua beginnt am Donnerstag der Prozess gegen die mutmaßlichen Verantwortlichen. 59 Angeklagte müssen sich vor Gericht verantworten, darunter hochrangige Vertreter des Autobahnbetreibers Autostrade per l'Italia (Aspi) und Beamte des Infrastrukturministeriums.

Bis zu 500 Zuschauer bei Prozess in Genua 

Der Prozess bringt einen logistischen Aufwand mit sich, wie ihn Italien noch nie erlebt hat. Laut "Tagesschau" sind neben den Angeklagten mehr als 200 Anwälte, bis jetzt fast 180 Zeugen, Gutachter, Journalisten und bis zu 500 Zuschauer anwesend. Die Menschen seien verteilt auf drei Gerichtsaulen, die per Videoschaltung verbunden sind. 

Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob die Brücke ausreichend gewartet und ihr Zustand ausreichend kontrolliert wurde. Zwei Jahre später, seit August 2020, stand bereits eine neue Brücke, entworfen vom genuesischen Star-Architekt Renzo Piano.

Über 40 Menschen kamen bei Brückeneinsturz in Genua ums Leben

Die fast 1200 Meter lange Autobahnbrücke war am 14. August 2018 während eines Unwetters auf einer Länge von über 200 Metern eingestürzt und hatte dutzende Fahrzeuge mit in die Tiefe gerissen. 43 Menschen kamen ums Leben. Die Bilder des Einsturzes gingen um die Welt. Das Unglück warf auch ein Schlaglicht auf den maroden Zustand von Italiens Verkehrsinfrastruktur.

Unglück in Italien: Prozess um verheerenden Brückeneinsturz in Genua vor fast vier Jahren beginnt

Sehen Sie im Video: Auch rund vier Jahre nach dem tödlichen Vorfall, bleibt der Anblick dieser Bilder schockierend. Am 14. August 2018 um 11.36 Uhr stürzten Teile der Morandi-Brücke mitten in der italienischen Hafenstadt in sich zusammen.

Kaum Kontrollen an italienischen Brücken

Ein für den Prozess in Auftrag gegebenes Gutachten geht davon aus, dass über Jahre mangelnde Wartung und Überprüfung der Brücke zum Einsturz geführt haben. Laut Brückenexperte Settimo Martinello seien 60 bis 70 Prozent der Brücken im Land ohne regelmäßige Kontrollen.

"Aufgrund der großen Zahl an Prozessbeteiligten, aber auch wegen der Komplexität des Verfahrens. Voraussichtlich wird es ein bis zwei Jahre gehen", zitiert die "Tagesschau" Richter Ravera.

Quellen: "Tagesschau"

lhi AFP

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