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Germanwings-Trauerfreier: Falsche Lufthansa-Pilotin im Kölner Dom abgeführt

Eine 55-jährige Frau wollte sich auf die Germanwings-Trauerfeier im Kölner Dom schmuggeln - und verkleidete sich dafür als Lufthansa-Pilotin mit gefälschtem Ausweis.

Polizisten vorm Kölner Dom

Polizisten vorm Kölner Dom

Verkleidet und mit flaschem Ausweis: Eine Frau hat versucht, sich auf die Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Absturzes in den Kölner Dom zu schmuggeln. Die 55-Jährige wollte sich als angebliche Lufthansa-Pilotin ausgeben. Sie sei mit einer offensichtlichen Uniform-Kopie und gefälschtem Ausweis aufgefallen, bestätigte ein Polizeisprecher einen Bericht der "Kölnischen Rundschau".

Demnach sei die Frau Polizisten und Personenschützern verdächtig vorgekommen. Zudem nahmen bei der Trauerfeier aus Respekt vor den Angehörigen keine Lufthansa-Mitarbeiter in Uniform teil. Anschließend sei die Frau aus Oberhausen vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen worden. Sie habe eine Anzeige wegen Urkundenfälschung erhalten. Hinweise auf ein geplantes Verbrechen gab es nicht.

Zuvor hatte sich eine Frau aus Beverungen in Ostwestfalen als Cousine eines Absturz-Opfers ausgegeben und gemeinsam mit den "echten" Hinterbliebenen an der Unglücksstelle in Südfrankreich getrauert.

"Bloße Worte sind zu schwach zum trösten"

Es war eine sehr bewegende Trauerfeier, an der am Freitag 1400 Gäste teilnahmen. Sie gedachten im Dom der 150 Opfer, die am 24. März beim Absturz in den französischen Alpen ums Leben gekommen waren. Vertreter von Kirchen und Politik versuchten, den rund 500 Angehörigen Trost zu spenden.

"Es ist etwas zerstört worden, das in dieser Welt nicht mehr geheilt werden kann", sagte Bundespräsident Joachim Gauck im Kölner Dom. Bloße Worte seien zu schwach, um zu trösten, sagte Kardinal Rainer Maria Woelki. Dass so viele Menschen in diesem Moment Mitleid und Beileid zeigten, "das soll Ihnen Trost sein".

Die Hinterbliebenen seien nicht allein "in diesen Stunden der Einsamkeit", versicherte der Kölner Erzbischof. "Unbegreifliches ist geschehen. Und Unbegreifliches wurde getan", sagte Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, die den Tauergottesdienst zusammen mit Woelki leitete.

Auf jedem Platz im Dom lag ein kleiner Holzengel, der den Angehörigen und Helfern symbolisch Halt und Zuversicht geben sollte.

Auch eine Kerze für den Copiloten

Beim Absturz des Airbus auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf waren am 24. März alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Der Copilot hatte nach bisherigen Ermittlungen den Kapitän aus dem Cockpit ausgeschlossen und das Flugzeug absichtlich in den französischen Alpen zum Absturz gebracht.

"Dieser eine hat die vielen anderen mit in den Tod gerissen, den er für sich selber gesucht hatte. Uns fehlen Worte für diese Tat", sagte Gauck. "Vielleicht ist es das, was uns so sehr erschreckt hat: die Sinnlosigkeit des Geschehens. Wir sind konfrontiert mit einer verstörenden Vernichtungstat."

Für jeden der 150 Toten brannte eine weiße Kerze im Kölner Dom - auch für den Copiloten. "Es sind 150 Opfer", hatte Kardinal Woelki vor dem Gottesdienst betont. Das Urteil über den Copiloten müsse man Gott überlassen.

lie/DPA / DPA
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