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Demonstrationen in Chemnitz: Kleinere Ausschreitungen nach Auflösung von AfD-Demo – Polizei: "Haben Lage voll im Griff"

Die Sorge war groß, dass es in Chemnitz angesichts mehrerer Kundgebungen und Demonstrationen erneut krachen würde. Tatsächlich drohte die Lage zeitweise zu eskalieren, es blieb letztlich jedoch bei kleineren Auseinandersetzungen. Die Ereignisse zum Nachlesen.

Video: Chemnitz: Demonstrationen von rechts und von links

Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot sind am Samstag in Chemnitz rund 8500 Menschen verschiedener Lager bei mehreren Kundgebungen auf die Straße gegangen. Die Polizei hatte seit dem Mittag starke Präsenz gezeigt, neben Wasserwerfen auch mit berittenen Beamten und gepanzerten Fahrzeugen. Sie wurde von Kräften aus mehreren Bundesländern und von der Bundespolizei unterstützt. 

Mit zunehmender Dauer der Veranstaltungen wurde die Stimmung in der Stadt angespannter. Der Zug mit rechten Demonstranten kam am frühen Abend nur stockend voran. Nach einem verspäteten Start wurde der Marsch kurz vor dem Denkmal mit dem Karl-Marx-Kopf wieder gestoppt und schließlich unter lautstarkem Protest abgebrochen. Im Anschluss kam es zu kleineren Angriffen beider politischer Lager in der Innenstadt, die von der Polizei jedoch schnell unter Kontrolle gebracht werden konnten. 

+++ Lesen Sie hier: Warum es zu den Ausschreitungen gekommen ist, was seitdem geschehen ist und was die kommenden Tage zu erwarten ist. +++

Hier können Sie die Ereignisse des Tages noch einmal nachlesen: 

+++ 22.12 Uhr: Polizei entlässt einige Einsatzkräfte in den Feierabend +++

Die Lage in Chemnitz ist offensichtlich so unter Kontrolle, dass die Polizei einige Beamte aus dem Einsatz entlassen konnte. Man bleibe dennoch über Nacht mit Streifen im Stadtgebiet präsent, twitterte die Polizei.

+++ 21.46 Uhr: Stadt Chemnitz: Insgesamt 8500 Demonstranten - elf Verletzte

Die Stadt Chemnitz hat in einer Pressemitteilung den heutigen Demo-Tag zusammengefasst. Demnach waren insgesamt 8500 Demonstranten in der sächsischen Stadt unterwegs: 4000 auf Seiten der Kundgebung "Herz statt Hetze" und rund 4500 bei der Veranstaltung von Pro Chemnitz, AfD und Pegida. 

Bis 21 Uhr musste der Rettungsdienst demnach zu 17 Einsätzen ausrücken. Elf Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden.

+++ 21.32 Uhr: Heimreise bislang weitgehend friedlich +++

Nach dem Ende der Demonstrationen in Chemnitz haben nach Angaben der Polizei viele Teilnehmer die Heimreise angetreten. Der überwiegende Teil verhalte sich friedlich, es habe aber auch vereinzelte Scharmützel zwischen den beiden Lagern gegeben. "Wir haben die Lage aber voll im Griff", sagte ein Polizeisprecher. Auch die abgebrochene Demonstration der Rechten hat sich mittlerweile aufgelöst. Mehr als 100 Teilnehmer aus diesem Kreis hatten sich unter den Rufen "Wir sind das Volk" nach Angaben von Augenzeugen aber zu einer Spontandemonstration zum Tatort aufgemacht, wo vor knapp einer Woche ein 35-Jähriger Opfer einer tödlichen Messerattacke geworden war.

+++ 21.13 Uhr: Lage am Bahnhof Chemnitz unter Kontrolle +++

Nach kleineren Vorfällen in Bahnhofsnähe hat sich die Lage mittlerweile offenbar beruhigt. Laut "Leipziger Volkszeitung" halten sich vor dem Gebäude noch Gegendemonstranten auf. Diese könnten den Bahnhof frei betreten, um die Rückreise anzutreten. Zwischenzeitlich im Areal postierte Wasserwerfer würden derzeit wieder abgezogen, heißt es.

+++ 20.54 Uhr: Rechte Demonstranten zur Gedenkstätte gelassen +++

Nach der Auflösung ihrer Kundgebung haben rund 100 rechte Demonstranten offensichtlich durchgesetzt, dass sie zur Gedenkstätte dürfen, wo am vergangenen Wochenende ein 35-Jähriger getötet worden war. Obwohl seitens der Polizei eine Spontandemo untersagt wurde, skandieren die durchgelassenen Teilnehmer laut Augenzeugen "Wir sind das Volk"-Rufe, auch die Nationalhymne werde gesungen.

+++ 20.51 Uhr: SPD-Gruppe offenbar angegriffen +++ 

+++ 20.34 Uhr: Alle großen Versammlungen beendet +++

Laut der Polizei Sachsen ist auch die Kundgebung "Frieden wahren - Demokratie verteidigen" offiziell beendet. Damit seien alle großen Versammlungen des Tages nun vorbei.

+++ 20.23 Uhr: Polizei berichtet von Angriffen beider Lager +++

Im Bereich der Carolastraße in der Nähe des Bahnhofs kommt es laut Polizei zu Angriffen aus beiden politischen Lagern. Beamte der Bundespolizei seien vor Ort im Einsatz. Zudem würden die Wasserwerfer neu positioniert, heißt es auf Twitter.

+++ 20.15 Uhr: Rechte Demo löst sich auf +++

Laut einem Reporter der "Berliner Tageszeitung" leert sich Platz am Karl-Marx-Monument, wo die Demo der AfD und Co. durch die Polizei aufgelöst worden war, inzwischen doch. Von einem geordneten Abgang der Teilnehmer kann seiner Wahrnehmung nach jedoch keine Rede sein.

Offenbar hatten die Demonstranten noch versucht, eine Spontankundgebung durchzusetzen. Dem habe die Polizei jedoch eine Absage erteilt.

+++ 19.51 Uhr: Zahlreiche Demonstranten wollen nicht abziehen - Wasserwerfer rücken an+++

Obwohl die Polizei die Demo von Pro Chemnitz, AfD und Pegida aufgelöst und die Teilnehmer gebeten hat, nach Hause zu gehen, verharren vielen von ihnen laut Angaben der Deutschen Presse-Agentur auf der Stelle und ziehen nicht ab. Die Stimmung ist Augenzeugen zufolge sehr angespannt. Die Polizei hat Wasserwerfer angefordert, die sich in Stellung bringen.

+++ 19.30 Uhr: MDR-Mitarbeiter schildert Angriff auf sein Team +++

Die Polizei Chemnitz ermittelt im Fall eines am Rande der Demonstrationen angegriffenen TV-Teams des MDR (s. Eintrag von 18.47 Uhr). Ein Mitarbeiter berichtete nun von dem Vorfall. Demnach sei das Team von einem Jugendlichen in eine Wohnung gelassen worden, um vom dortigen Balkon aus die Demo filmen zu können.

"Plötzlich stand ein Mann hinter uns, sehr kräftig, hat uns von hinten am Schlafittchen gepackt und rausgezogen, die Kamera aus der Hand geschlagen und einen Kollegen die Treppe runtergestoßen", schilderte der Mitarbeiter den Hergang. Der Kollege sei stark an der Hand verletzt und habe auch eine Beule, die Kamera sei kaputt.

+++ 19.21 Uhr: Versammlungszeit überschritten - AfD muss Demo beenden +++

Weil die Versammlungszeit der AfD-Demo überschritten und eine Umgehung der Bahnhofstraße/Zschopauer Straße "aus gefahrenabwehrrechtlichen Gründen nicht möglich" sei, hat die Polizei Sachsen den Versammlungsleiter eigenen Angaben darauf angesprochen, die Kundgebung zu beenden. Dies teilte die Behörde via Twitter mit.

Meherren Journalisten vor Ort zufolge ist die Stimmung inzwischen sehr angespannt.

+++ 19.17 Uhr: Sogar "New York Times" berichtet live über Chemnitz +++

Die heutigen Demos in Chemnitz sind auch international ein Thema. Die "New York Times" berichtet über die aktuellen Geschehnisse in der sächsischen Stadt beispielsweise mit einem eigenen Live-Ticker.

+++ 19.09 Uhr: Behörde: Über 8000 Demonstranten in Chemnitz +++ 

Bei den Protesten in Chemnitz sind mehr als 8000 Menschen auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Versammlungsbehörde nahmen rund 4500 Menschen an einem gemeinsamen Marsch der AfD und des ausländerfeindlichen Bündnisses Pegida teil. Die Kundgebung wurde größer, weil sich ihr auch Teilnehmer der zuvor aufgelösten Veranstaltung von Pro Chemnitz angeschlossen hatten. Zu einer zeitgleichen Veranstaltung für Frieden und gegen Ausländerfeindlichkeit kamen den Angaben zufolge rund 3500 Menschen auf einen Parkplatz bei der Johanniskirche. In den Nebenstraßen wurden zudem weitere hundert Teilnehmer gezählt.

+++ 19.03 Uhr: Rechte Demonstranten sollen versuchen, in Richtung Gegendemo vorzudringen +++

Inzwischen gibt es vermehrt Berichte, dass es zwischen rechten und linken Demonstranten zu Ausschreitungen kommen soll. Demnach versuchen unter anderem Teilnehmer der rechten Kundgebung aus den Reihen auszubrechen und die Gegendemo zu erreichen. Die Lage erscheint derzeit sehr unübersichtlich.

+++ 18.51 Uhr: Rechte Demo offenbar erneut gestoppt +++

Nachdem sich die gemeinsame Demo von Pro Chemnitz, AfD und Pegida deutlich verspätet in Bewegung gesetzt hatte, wurden die Teilnehmer nun offenbar erneut auf Höhe des Karl-Marx-Monuments durch die Polizei gestoppt.

+++ 18.47 Uhr: Polizei ermittelt im Fall des angegriffenen TV-Teams +++

+++ 18.20 Uhr: Rechte Demo setzt sich in Gang +++

Mit mehr als einer Stunde Verspätung hat sich die Kundgebung von Pro Chemnitz, AfD und Pegida in Bewegung gesetzt. Offenbar muss die Demo auf eine Alternativroute ausweichen, weil eigentlich geplante Weg blockiert worden war.

+++ 18.17 Uhr: Rechter Demonstrationszug stockt +++

Bei den Protesten in Chemnitz haben sich die Teilnehmer einer gemeinsamen Kundgebung von AfD und des ausländerfeindlichen Bündnisses Pegida mit Demonstranten der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz vermischt. Aufgrund der dadurch gestiegenen Teilnehmerzahl - Augenzeugen gehen von mehreren tausend Menschen aus - verzögerte sich der Zug der Rechten durch die Stadt. Die Organisatoren suchten nach zusätzlichen Ordnern, um den Ablauf des Zugs zu organisieren. Außerdem riefen sie die Teilnehmer auf, bei der als Trauermarsch geplanten Veranstaltungen auf Provokationen zu verzichten.

+++ 18.13 Uhr: Polizei spricht von einigen "spannungsgeladenen" Punkten in Chemnitz +++

+++ 17.52 Uhr: Rechte Demo-Strecke offenbar blockiert +++

Noch hat sich die inzwischen zusammengelegte Demo der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz der AfD und Pegida nicht in Bewegung gesetzt. Einem Stadtsprecher zufolge haben sich zu der Kundgebung nach ersten Schätzungen rund 6000 Menschen eingefunden. 

Gleichzeitig berichten verschiedene Twitter-Nutzer, dass die Route obengenannter Demo blockiert worden ist. Demnach ist derzeit eine bayerische Spezialeinheit zu der Blockade ausgerückt.

+++ 17.34 Uhr: Mann greift angeblich TV-Team des MDR an +++

Ein Kamera-Team des MDR ist eigenen Angaben zufolge angegriffen worden. Demnach hatten die Journalisten bei Anwohnern geklingelt, um zu erfragen, ob sie von deren Balkon aus die Demo filmen dürfen. Die Mitarbeiter seien auch eingelassen worden, dann jedoch von einem Bewohner angegriffen worden.

+++ 17.10 Uhr: Pro Chemnitz, AfD und Pegida wollen Demos vereinen +++

Rund eine halbe Stunde nach Beginn von Protesten der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz haben deren Teilnehmer überraschend beschlossen, sich einer anschließend geplanten Kundgebung der AfD und des ausländerfeindlichen Bündnisses Pegida anzuschließen. Unter "Wir sind das Volk"- und "Merkel muss weg"-Rufen machte sich ein Großteil der geschätzt 1500 Teilnehmer auf den Weg zu dem anderen Versammlungsort. Die Polizei begleitete den Zug mit einem starken Aufgebot.

+++ 16.52 Uhr: Polizei: Einige "Frieden wahren"-Teilnehmer nehmen Steine aus Gleisbett auf +++

+++ 16.31 Uhr: Teilnehmer von Pro-Chemnitz-Kundgebung versammeln sich +++

Zur Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung sind bislang mehrere hundert Menschen zusammengekommen.  Einige Teilnehmer erschienen mit Deutschlandfahnen zu der Protestveranstaltung, die weiter Zulauf erhält. Für den späteren Nachmittag ist ein Zug durch die Innenstadt geplant.

+++ 16.05 Uhr: Grünen-Bundesvorsitzende vermisst Bundesinnenminister in Chemnitz +++

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock hätte gern auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in Chemnitz bei den Demonstrationen gegen Rechtsextremismus gesehen. "Chemnitz ist kein Einzelfall, rechtsradikale Aufmärsche gibt es immer wieder an unterschiedlichen Orten", sagte sie am Rande der "Herz statt Hetze"-Demonstration. Mit einmaligen Statements sei es da nicht getan, es brauche ein breites Bündnis für Demokratie aller demokratischen Parteien und der Bundesregierung.

Der Bundesinnenminister habe ja intensive Debatten geführt, was die Gesellschaft zusammenhalte. "Hier und heute ist der Zusammenhalt der Gesellschaft für Demokratie gefragt, da hätte er in der ersten Reihe stehen müssen", sagte die Bundestagsabgeordnete aus Brandenburg.

+++ 15.40 Uhr: Kundgebung für Frieden und gegen Rechts in Chemnitz +++

Vor zwei geplanten rechtspopulistischen Kundgebungen haben mehrere hundert Menschen in Chemnitz für Frieden und gegen Ausländerfeindlichkeit demonstriert. Auf einem Parkplatz bei der Johanniskirche versammelten sich Teilnehmer einer Kundgebung des Bündnisses Chemnitz Nazifrei. Mit dabei waren unter anderem SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und der Fraktionschef der Linken im Bundestags, Dietmar Bartsch. Rund 70 Vereine, Organisationen und Parteien hatte zu Demonstrationen unter dem Motto "Herz statt Hetze" aufgerufen. 

Zuvor waren zum Auftakt einer Reihe von Kundgebungen rund 50 Menschen für ein friedliches Miteinander durch Chemnitz gezogen. Nach Diskussionen, Reden und Musik am Roten Turm in der Innenstadt setzte sich der Zug in Bewegung. Die Route durch die Stadt führte auch unweit des Tatorts vorbei, wo es vor knapp einer Woche zu der tödlichen Messerattacke auf einen 35-jährigen Deutschen gekommen war.

+++ 13.53 Uhr: Friedensdemonstration zieht durch Chemnitz +++

Zum Start von einer Reihe von Kundgebungen sind am Samstag rund 50 Menschen für ein friedliches Miteinander durch Chemnitz gezogen. Nach Diskussionen, Reden und am Roten Turm in der Innenstadt setzte sich der Zug in Bewegung. Die Route durch die Stadt führte auch unweit des Tatorts vorbei, wo es vor knapp einer Woche zu der tödlichen Messerattacke auf einen 35-jährigen Deutschen gekommen war. 

Die Friedensdemonstration ist die erste von mehreren für Samstag geplanten Kundgebungen. Unter dem Motto "Chemnitz Nazifrei" ist am Nachmittag die nächste Veranstaltung geplant. Für den späteren Nachmittag hatte die rechtspopulistische Bürgerbewegung Pro Chemnitz zu einer eigenen Kundgebung aufgerufen. Im Anschluss war eine gemeinsame Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis geplant.

+++ 12.37 Uhr: AfD kürzt Parteikonvent für Protestaktion in Chemnitz ab +++

Die Delegierten des Bundeskonvents der AfD haben beschlossen, ein Treffen in Dresden zugunsten des geplanten "Schweigemarschs" der AfD in Chemnitz frühzeitig zu beenden. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Parteikreisen erfuhr, stimmten die 50 Delegierten mit großer Mehrheit für einen Antrag des Berliner Abgeordneten Frank-Christian Hansel auf Änderung der Tagesordnung. 

In dem Beschluss wird hervorgehoben, die Teilnahme an der von den Landesverbänden Brandenburg, Thüringen und Sachsen gemeinsam mit der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung organisierten Aktion sei kein Schulterschluss mit Pegida. In Hansels Antrag heißt es wörtlich: "Diesem Protest können und dürfen wir uns aufgrund seiner hohen Bedeutung für die Zukunft unseres Landes nicht entziehen, nur weil er auch von Gruppen geteilt wird, zu denen die AfD aus Überzeugung Distanz hält und weiter Distanz halten wird."

+++ 11.38 Uhr: Friedensdemonstration in Chemnitz - Herzen am "Nischel"-Sockel +++

Rund zwei Dutzend Menschen haben am Roten Turm in Chemnitz für Vielfalt und friedliches Miteinander demonstriert. Unter dem Motto "Chemnitz bunt statt braun" sprachen und diskutierten Vertreter verschiedener Friedensgruppen mit Passanten. Die Polizei war zurückhaltend im Stadtgebiet auf Streife, sie bezeichnete die Lage am Vormittag als weiterhin ruhig. Der Sockel des "Nischel", wie der Karl-Marx-Kopf im Zentrum genannt wird, war über Nacht mit bunten Papierherzen beklebt worden. 

Friedensdemonstration in Chemnitz - Herzen am "Nischel"-Sockel

Bunte Herzen am "Nischel"-Sockel in Chemnitz

DPA

Dort wollen die rechtspopulistische Bürgerbewegung Pro Chemnitz, die Alternative für Deutschland (AfD) und das ausländerfeindliche Bündnis Pegida am Nachmittag eine Kundgebung abhalten, zu der auch Thüringens AfD-Chef Björn Höcke erwartet wird. 

+++ 11.35 Uhr: Chemnitzer Bündnis ruft Bürger zu Engagement für friedliches Miteinander auf +++

Ein Bündnis von Bürgern, Unternehmen und Wissenschaftlern aus Chemnitz hat die Bewohner der Stadt zu mehr Engagement für ein friedliches Miteinander aufgerufen. Das Bündnis veröffentlichte etwa in der Chemnitzer "Freien Presse" oder der "Süddeutschen Zeitung" großformatige Anzeigen mit dem Aufruf "Chemnitz ist weder grau noch braun". Zu den Unterzeichnern gehören zahlreiche in Chemnitz ansässige Firmen.   

Chemnitz habe "seine guten Seiten und seine Probleme", heißt es in dem Aufruf. Die Stadt könne aber nicht mit "Hass, Gewalt, Intoleranz und vor allem Wegschauen" leben. In den vergangenen Jahren sei aus einer grauen Stadt ein buntes, lebenswertes Chemnitz geworden. "Wir müssen und wollen uns wieder einschalten, damit aus bunt nicht braun wird." Vor allem wolle das Bündnis zeigen, das die Mehrheit in der Stadt "demokratisch und offen denkt". Diese Verantwortung müsse jeder übernehmen. 

+++ Krawalle in Chemnitz: Was bisher geschah +++

Chemnitz 
fs/mod / DPA / AFP