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Gesetzesvorschlag: Spanien diskutiert Abkehr von Mitteleuropäischer Zeit

Kann ein Land einfach die Zeitzone ändern? in Spanien wird gerade genau das diskutiert - vornehmlich aus wirtschaftlichen Gründen. Eine permanente Zeitverschiebung hätte aber auch praktische Vorteile.

Spanien erwägt eine mögliche Zeitumstellung um eine Stunde. Die Regierung werde einen Vorschlag des Parlaments prüfen, die Uhren um eine Stunde zurückzustellen, kündigte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Donnerstag an. Das Vorhaben liefe darauf hinaus, dass in Spanien dieselbe Zeit gelten würde wie in Großbritannien oder Portugal. Derzeit gehört das Land - mit Ausnahme der Kanarischen Inseln - derselben Zeitzone an wie Deutschland, Frankreich oder Italien. Die östlichsten Länder dieser Zeitzone sind Polen und Mazedonien.

In einem Parlamentsbericht wird die Regierung aufgefordert, eine Studie über die wirtschaftlichen Folgen zu erstellen, die eine Rückkehr zur Greenwich-Zeit (UTC) für Spanien hätte. "Wir werden das Anliegen nicht in der Schublade liegen lassen", versprach De Guindos. Der Minister räumte allerdings ein, dass ein Wechsel der Zeitzone "keine einfache Angelegenheit" sei.

Spanien hatte bis zum Zweiten Weltkrieg zur UTC-Zeitzone gehört. Der Diktator Francisco Franco (1939-1975) führte aufgrund seiner Sympathien mit dem Hitler-Regime die in Deutschland geltende Mitteleuropäische Zeit (MEZ) ein. Experten verlangen seit Jahren eine Rückkehr zur Greenwich-Zeit, weil Spanien aufgrund seiner geografischen Lage nicht in die mitteleuropäische Zeitzone passe. Während in Warschau am 23. September die Sonne um 6:29 aufging, waren die ersten Sonnenstrahlen in Madrid erst 8:06 zu sehen.

ono/DPA / DPA