Glutsommer Auch die Preise schmelzen


Tief "Wally" bringt am Samstag Blitz und Donner, in Berlin tümmeln sich Wildschweine in den Parks, der Sommerschlussverkauf lockt mit immer größeren Rabatten - stern.de hat die wichtigsten Meldungen rund ums Wetter zusammengestellt.

Uff - die härteste Hitzephase seit Jahrzehnten scheint langsam abzuklingen. Am Montag soll das Thermometer auf unter 30 Grad sinken. Das jedenfalls meldet der Wetterdienst Meteomedia.

Vorher wird es noch einmal stürmisch: Tief "Wally" bringt am Samstag Blitz und Donner, besonders im Südosten. Die Sonne lugt ab und an hervor, wenn sie scheint, dann vor allem in der Mitte Deutschlands. Am Sonntag strahlt sie wieder über das ganze Land, nur hier und da hängen ein paar ärmliche Restwolken am Himmel. Am Nachmittag indes beginnt es in Rheinland-Pfalz und dem westlichen Niedersachsen wieder gewittrig zu werden. Die Höchstwerte liegen bei 26 bis 31, am Oberrhein teilweise bei 32 Grad.

Doch das ist nur der äußere, messbare Rahmen, indem sich der Sommer vollzieht. Welchen Einfluss die Gluthitze in dieser Woche auf Deutschland hatte und warum die Wildschweine Berliner werden wollen - in der FAQ-Liste steht alles, was man wissen muss.

Berlin: Die Wildschweine kommen

Vorsicht in den Parks! Wegen der hohen Temperaturen entern immer mehr hungrige Wildschweine die Berliner Innenstadt. Der Grund: Die Tiere brauchen feuchte Böden, um ihre Lieblingsspeisen - Regenwürmer und Käfer - aufzuspüren. Da Parks und Gärten bewässert werden, haben sie dort bessere Möglichkeiten, Nahrung zu finden als in den trockenen, schwer durchlässigen Böden im Wald.

Schleswig-Holstein: Ohne Blaualgen

Entwarnung: An den Küsten von Schleswig-Holstein kann man wieder gefahrlos baden, die Blaualgen haben sich verkrümmelt. Das bestätigte ein Sprecher des Umweltministeriums: "Die Situation ist entspannt."

Bei den Seen im Land sieht es nicht so gut aus. Das Baden ist an fünf Seen in den Kreisen Stormarn und Rendsburg-Eckernförde nach wie vor verboten, weil sie stark mit Algen und Bakterien belastet sind.

A3: Spurrinnen auf der Autobahn

Die Sonne hat zehn Zentimeter tiefe Spurrinnen in die Autobahn A 3 Nürnberg-Würzburg gebrannt. "Die Laster und die Hitze haben die Autobahn in die Knie gezwungen", sagte Wolfgang Würker von der Autobahndirektion Nordbayern am Freitag.

Obwohl die Urlauber schon in den Startlöchern stehen, wird die A3 zwischen dem Autobahnkreuz Fürth/Erlangen und der Anschlussstelle Erlangen-Frauenaurach von Samstagnachmittag bis Sonntagabend komplett gesperrt. "Wir müssen das Wochenende für die Sanierungsarbeiten nutzen", so Würker.

Einzelhandel: Preise schmelzen ab

Wegen der Hitze können sich Schnäppchenjäger die Hände reiben: Die Preise sind jetzt schon so niedrig wie in den vergangenen Jahre zum Ende des Schlussverkaufs. Das berichtet der Einzelhandelsverband Nord-Ost in Kiel.

Jetzt purzelten die Preise erneut. Grund: Wegen der hohen Temperaturen sind zunächst nur wenige Kunden in die Läden gekommen.

Ostwestfalen-Lippe: Es donnert

Ein heftiges Gewitter hat Polizei und Feuerwehr am Donnerstagabend in der Region Ostwestfalen-Lippe auf Trab gehalten. 869 Feuerwehrmänner mussten ran, um Keller auszupumpen und Straßen zu räumen. Der Deutsche Wetterdienst maß in Bad Salzuflen Sturmspitzen mit Windgeschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern.

In Hille im Kreis Minden-Lübbecke brannte ein Haus bis auf die Grundmauern nieder. Zeugenaussagen zufolge habe ein Blitz in den Dachstuhl eingeschlagen. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf insgesamt 400.000 Euro. Auch in Vettweiß bei Düren richtete das Gewitter Schaden an. Auf einem abgeernten Feld brannten 130 Strohballen lichterloh - offenbar ebenfalls vom Blitz entzündet. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Klimageräte? Ausverkauft

Kühl soll es sein, nein: muss es sein! Vor allem, um zu schlafen. Kein Wunder, dass Klimageräte für die Wohnung ein Verkaufsrenner sind, und das schon seit sechs Wochen. Inzwischen seien sowohl Klimageräte der Preiswertklasse um die 200 Euro als auch die höherwertigen Geräte von 500 bis 2000 Euro praktisch überall ausverkauft, sagt Willy Fischel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Technik (BVT.

Verbraucherschützer und Energieexperten sehen diese Entwicklung skeptisch. So verweist etwa die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz auf das schlechte Kosten-Leistungs-Verhältnis der Klimageräte. Bei achtstündiger Betriebsdauer lägen die Stromkosten eines durchschnittlichen Gerätes bei etwa ein 1,40 Euro pro Tag oder rund 50 Euro pro Monat. Dennoch sei die effektive Kühlleistung meist unzureichend.

Es läuft: Wasser und Bier

Der Sommer hat die Menschen so durstig gemacht, dass der Verkauf von Erfrischungsgetränken und Bier rekordverdächtige Werte erreicht hat. Das berichtet die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP). Demnach stieg die Nachfrage der privaten Haushalte nach Mineralwasser im Juni um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Wasser mit Zusatz, besonders Schorlen, legte sogar um 52 Prozent zu.

Laut ZMP lag der Bierabsatz im Juni um sieben Prozent über dem Vorjahreswert. Bei Biermischgetränken wurde sogar ein Plus von 38 Prozent verzeichnet. Dazu habe aber wohl auch die Fußball-WM beigetragen, erklärte die ZMP.

Vogelgrippe: Ein Virus wird gegrillt

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts wurde seit dem 12. Mai bei keinem Vogel in Deutschland mehr das H5N1-Virus festgestellt. Die Sprecherin des Instituts, Elke Reinking, sagte am Freitag, dass das Virus - das sich zum Beispiel in Kot findet - die hohe UV-Strahlung und die schnelle Austrocknung nicht lange überlebe. Dies habe die Ansteckungsgefahr gemindert. Zudem gebe es derzeit anders als in den Wintermonaten kaum Massenansammlungen von Vögeln.

Der gefährliche, aus Asien stammende Typ des Erregers wurde bisher in Deutschland bei 343 Wildvögeln, drei Katzen und einem Steinmarder nachgewiesen. Hinzu kommen mehrere verendete Puten im bisher einzigen betroffenen Nutzgeflügelbestand in Sachsen.

29.000 Küken gerettet

Die Polizei hat auch ein Herz für Tiere. Am Kieler Hafen entdeckten Bundespolizisten einen Laster mit 29.000 lebenden Küken, der mit defekter Kühlanlage in praller Sonne stand. "Im Trailer herrschten 38 Grad", sagte ein Sprecher.

Der litauische Laster wurde in den Schatten gebracht und mit Hilfe der Feuerwehr gekühlt. Der Fahrer bekam eine Anzeige.


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