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Google Doodle zum Sundae Sunday Der Eisbecher feiert 119. Geburtstag


Dass "zwei große Kugeln mit Sahne zum Lecken" etwas Großartiges sind, wusste schon Bürger Lars Dietrich. Google sieht das ähnlich und widmet dem "sexy Eis" ein Doodle – passend zum Sommersonnenschein der vergangenen Tage.

Wir schreiben den 3. April 1892. Der Ort: Ithaca: ein kleines Städtchen im Bundesstaat New York. Wie jeden Sonntag macht sich Pfarrer John M. Scott auf den Weg zur örtlichen Apotheke. Ladenbesitzer Chester C. Platt ist Schatzmeister der Gemeinde und ein guter Freund des Geistlichen.

Doch diesmal will das Gespräch nicht so recht in Fahrt kommen. Die Sonne brennt vom Himmel, Schweiß läuft den Nacken der Herren hinunter. Eine Abkühlung muss her, entschließt sich Platt – und zwar sofort! Stante pede beordert der Apotheker einen Angestellten, zwei Schalen Vanilleeis für sich und seinen Gast herzustellen. Doch gerade als Platt das Eis servieren will, fällt sein Blick auf eine Flasche Kirschsirup und ein Box voll mit kandierten Kirschen. Ein Geistesblitz und wenige Sekunden später steht der erste Eisbecher vor ihm. Die neue Kreation zergeht den beiden auf der Zunge.

Platt, ein gewiefter Geschäftsmann, wittert Potential: Sein erster Eisbecher, der "Cherry Sunday", soll der ganzen Stadt Gaumenfreuden bereiten. Kurze Zeit später prangt eine Werbeanzeige in der örtlichen Tageszeitung, dem "Ithaca Daily Journal": "Cherry Sunday – eine neue 10-Cent-Eiscremespezialität". Und tatsächlich: In kürzester Zeit ist der Eisbecher in aller Munde. Doch ein Wermutstropfen bleibt Platt und Scott: Ihre Versuche, die neue Eiskreation zu patentieren, schlagen fehl: Andere Verkäufer springen auf den Trend auf und verkaufen den "Cherry Sunday" unter leicht verändertem Namen: Zahlreiche "Sundais", "Sunis" und "Sundaes" überschwemmen das schwitzende Land. Unter letzterem Namen, dem "Sundae", ist der Eisbecher noch heute in den USA bekannt.

Jens Wiesner

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