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Social-Media-Star: Hans Entertainment - das neue Facebook-Phänomen

Hans Entertainment ist binnen weniger Monate mit belanglosen Spaß-Videos zum Facebook-Phänomen geworden. Er bleibt im Gedächtnis. Nicht nur aufgrund seiner Erscheinung. Aber wofür lieben ihn seine Fans wirklich?

Große Klappe, viel dahinter: Hans Entertainment trifft den Nerv der Generation Facebook.

Große Klappe, viel dahinter: Hans Entertainment trifft den Nerv der Generation Facebook.

"Kennt ihr diesen Hans Entertainment Moment, wenn Hans schon früh am Morgen mit kaltem Kaffee und einer Zigarette eskaliert?" Auf eine kurze Ansprache an die Fans folgen laute Musik und Head-Banging vom Feinsten. Über 250.000 Mal wurde das Facebook-Video aufgerufen. So entertaint Hans die jugendliche Netzgemeinde.

Der 21-Jährige mit dem bürgerlichen Namen Christopher Hans stammt aus Kenzingen, einer Kleinstadt in Baden-Württemberg, und lebt jetzt in Freiburg. Jedes seiner Videos ist mitten aus dem Leben gerissen. Er filmt sich beim Rasenmähen, beim feiern oder beim chillen in seinem Zimmer. Seine Sprache: ein selbstkreierter Jugendslang. Mit Schlagwörtern wie #sotrue oder #HochDieHände # ist Hans Entertainment aus dem täglichen Facebook-Leben für viele nicht mehr wegzudenken.

"Hoch die Hände, Wochenende!"

Das hat auch Universal Music erkannt. Seit August steht Hans bei ihnen unter Vertrag, am vergangenen Freitag ist seine erste Single "Hoch die Hände Wochenende" erschienen. Der Song beginnt mit den Worten "Jo Leute, kennt ihr diesen Hans Entertainment Moment, wenn es Freitag ist und ihr euer Leben einfach mal wieder genießen wollt?". Das Video zu seiner ersten Single passt sich perfekt seinem Image an: Eskalation, Wochenende, das Leben genießen. Ein Party-Song mit Ohrwurmgarantie! Die virale Präsenz von Hans Entertainment sorgte dafür, dass das Musikvideo innerhalb von drei Tagen bereits über 450.000 Mal auf Youtube geklickt wurde.

"Fuck auf die Hater, Hans ist da"

Mit seinen 2,04 Metern Größe, seiner blondierten Haartolle, seinem starken Übergewicht und seinen Sprüchen polarisiert Hans die Netzgemeinde. Die einen lieben, die anderen hassen ihn. Hans Entertainment ist zu einer Zielscheibe für Internet-Mobbing geworden. In vielen seiner Videos betont er, dass ihm seine Kritiker egal wären: "Ich wollte mich bei allen bedanken, bei meinen Fans und natürlich bei den Hatern, dass sie mich so weit gebracht haben." Er zeigt unbeirrt, dass Übergewicht kein Grund ist, das Leben nicht genießen zu können.

Tägliche Eskalation

Und zwar in allen Facetten. Inhaltlich drehen sich seine Spaß-Videos nur um ihn selbst. Hans, wie er leibt und lebt. Hans, wie er raucht, Hans, wie er trinkt, Hans, wie er einen Tag im Bett verbringt. Hans, der sich auf's Wochenende freut, Hans, der in der Disko "eskaliert" und Hans, der am nächsten Morgen von seinem letzten Absturz erzählt.

Seine Geschichten kommen gut an. Innerhalb weniger Monate wuchs seine Community rasant an. Mit mittlerweile über 296.000 Followern ist Hans Entertainment zum Facebook-Phänomen aufgestiegen. Am 20. Mai dieses Jahres hat er sein erstes Video auf Facebook hochgeladen. Sein neuestes Werk wurde innerhalb von 13 Stunden über 160.000 Mal angesehen und hat über 2.000 Gefällt-Mir-Angaben bekommen. Mit seinen Videos bietet er den Fans Ablenkung vom Alltag und lebt ihnen den "Traum" der täglichen #Eskalation vor.

Durch eigene Sprache zum Facebook-Phänomen

Sein Markenzeichen ist seine einzigartige Ausdrucksweise: In nahezu jedem Video findet sich ein typisches Wort der "Hans-Entertainment-Sprache" wieder. #Amenakoi brüllt er in die Kamera. Das Wort ist eigentlich eine türkische Beleidigung, die wir hier nicht weiter erläutern wollen. Seine Fans spricht er liebevoll mit "Pimmelberger" an.

Sogar Stars wie Mats Hummels, Max Kruse und Lukas Podolski nahmen bereits ein Video auf, in dem sie Hans Entertainment mit "#sofuckingtrue" grüßen. Mittlerweile gibt es zudem einen Online-Shop, in dem Fans des Social-Media-Stars T-Shirts mit seinen Kultäußerungen wie "#Hoch die Hände #Wochenende" kaufen können.

Seine radikale Vergangenheit

Im Netz wird Hans Entertainment gefeiert, doch auch er ist kein unbeschriebenes Blatt. Ein Video zeigt den 21-Jährigen, wie er im Jahr 2014 bei einer Veranstaltung des Hasspredigers Sven Lau zum Islam konvertierte. Zudem ist in einigen seiner Videos die kaiserliche Reichskriegsflagge im Hintergrund zu sehen. Diese ist zwar laut Verfassungsschutz nicht verboten, wird aber mit Neo-Nazis in Verbindung gebracht.

Das wären beides "Phasen der Selbstfindung" gewesen, die er inzwischen überwunden habe, kommentierte Hans diesbezügliche Nachfragen. Die Flagge hätte er als Andenken an seinen im Krieg gefallenen Großvater in seinem Zimmer angebracht. Er habe früher sowohl in der rechten, als auch in der Salafisten-Szene Aufmerksamkeit gesucht. Diese bekomme er aber nun von seinen Fans.

ww/grete

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