Hochhausbrand in Peking CCTV soll an Großfeuer schuld sein


Einen Tag nach dem Großbrand in Peking ist die Ursache offenbar gefunden: Die Feuerwehr macht das chinesische Staatsfernsehen CCTV verantwortlich, dem das Hochhaus gehört. Der Sender habe vor dem Gebäude ein illegales Feuerwerk gezündet. CCTV reagierte sofort - und entschuldigte sich "für die Unannehmlichkeiten".

Ein vom chinesischen Staatsfernsehen unerlaubt gezündetes Feuerwerk hat nach Angaben der Ermittler den spektakulären Großbrand im Neubaukomplex des Staatsfernsehens CCTV ausgelöst. CCTV entschuldigte sich am Dienstag in einem außergewöhnlichen Schritt für das Feuer, bei dem ein Feuerwehrmann ums Leben kam und sieben weitere Menschen verletzt wurden. Ein im Bau befindliches Luxushotel war dabei ausgebrannt.

Der Besitzer des Gebäudekomplexes habe den Brand verursacht, "weil er gegen Vorschriften verstoßen und auf der Baustelle ein Feuerwerk entzündet hat", sagte ein Sprecher der Pekinger Stadtverwaltung. Kameraleute von CCTV hatten das Feuerwerk gefilmt. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua wurden dabei besonders starke Feuerwerkskörper eingesetzt, die nicht frei verkäuflich sind. Die Besitzer des Hochhauses hätten Warnungen der Polizei ignoriert, dass solches Feuerwerk verboten sei, erklärte ein Sprecher der Brandschutzbehörden. Mehrere Menschen wurden festgenommen.

Sender entschuldigt sich

CCTV sei "zutiefst traurig darüber, dass das Feuer schwere Verluste von Staatseigentum verursacht hat", hieß es in einer Erklärung auf der Website des Staatsfernsehens. Der Sender entschuldige sich "aufrichtig bei den in der Nachbarschaft lebenden Leuten für die Unannehmlichkeiten und die Verkehrsstaus", die der Brand ausgelöst habe.

Das Großfeuer hatte am Montagabend ein fast fertiges 30-stöckiges Kulturzentrum teilweise zerstört, in dem ein Luxushotel der Kette Mandarin Oriental, ein Fernsehstudio und ein IT-Zentrum untergebracht werden sollten. Das Gebäude ist 159 Meter hoch und steht nur 200 Meter entfernt vom spektakulären neuen CCTV-Tower, der als einer der herausragendsten Neubauten in Peking und bereits als eines der Wahrzeichen der Stadt gilt. Beide Gebäude sollten im Oktober eröffnet werden.

Wahrzeichen offenbar nicht beschädigt

Das Staatsfernsehen machte keine Angaben dazu, inwieweit der Brand diesen Zeitplan gefährdet. Bei dem Brand wurden die Außenmauern des 234 Meter hohen torbogenförmigen CCTV-Towers teilweise geschwärzt, doch wurden laut Stadtverwaltung nicht strukturell beschädigt.

In ganz Peking war am Montagabend Feuerwerk abgebrannt worden, um das Ende des Chinesischen Neujahrsfestes zu feiern. Feuerwerke sind in China ein alter Brauch, mit dem Lärm sollen böse Geister vertrieben werden.

DPA/AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker