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Messe im Mittelmeer Er nutzte eine Luftmatratze als Altar: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen italienischen Priester

Ein Screenshot zeigt zwei Männer, die in Italien im Meer um eine Luftmatratze herum stehen
Für eine Messe im Meer benutzte ein Priester in Italien eine Luftmatratze als improvisierten Altar 
© Twitter
Wegen der hohen Temperaturen hat ein Priester in Italien mit einer Gruppe Jugendlichen eine Messe im Meer abgehalten – in Badehose und mit Luftmatratze als Altar. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn.

Die unkonventionelle Messe eines Priesters hat in Italien für Aufsehen gesorgt. Der junge Priester Mattia Bernasconi hatte im süditalienischen Kalabrien ein katholisches Sommerlager für Jugendliche geleitet. Er habe mit ihnen einen Abschlussgottesdienst feiern wollen, und auf einem Campingplatz vergeblich nach einem schattigen Platz gesucht. Wegen der hohen Temperaturen habe er dann gemeinsam mit den Jugendlichen beschlossen, die Messe im Meer abzuhalten, erklärte er sich gegenüber italienischen Medien. 

In sozialen Medien verbreiteten sich schnell Fotos von der Aktion, auf denen zu sehen ist, wie der Priester eine Luftmatratze kurzerhand zum Altar umfunktioniert hat. Die Reaktionen fielen dabei gemischt aus. In den Kommentaren dieses Tweets kritisieren der Verfasser und weitere Nutzer:innen, es handele sich hier um einen "liturgischen Missbrauch" – also wenn Gottesdienste nicht nach dem Willen und den Normen der Kirche abgehalten werden. Laut der Nachrichtenagentur AFP lobten andere Nutzer:innen dagegen den Priester sogar dafür, das Wort Gottes auch am Strand zu verbreiten.  

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen italienischen Priester

Das Erzbistum von Crotone in Kalabrien kritisierte die Aktion des Priesters und verwies darauf, dass die Gesten und Symbole der Eucharistiefeier zu respektieren seien. Auch die Staatsanwaltschaft hat sich nun eingeschaltet und ermittelt laut italienischen Medien wegen "Verunglimpfung einer Religionsgemeinschaft." Priester Bernasconi selbst hatte sich zuvor bereits in einem offenen Brief an den Erzbischof und allen Gläubigen entschuldigt. Er hoffe, "dass Sie meine guten Absichten, die durch zu viel Naivität getrübt wurden, verstehen und meine aufrichtige Bitte um Vergebung annehmen mögen", zitiert "Euronews" das Schreiben. 

In der Galerie: In einigen Freikirchen der Pfingstbewegung wird sogenanntes "Serpent Handling" praktiziert. Dabei streicheln Gläubige ohne jeglichen Schutz Giftschlangen und trinken zum Teil auch ihr Gift – um ihren Glauben unter Beweis zu stellen.

Quellen: AFP, Euronews, Twitter, Katholisch.de 

ckön

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