Jahrestag Amoklauf von Winnenden Hausaufgabe "sichere Schulen" nicht gemacht


Deutsche Schulen seien immer noch keine sicheren Orte, mahnte die Deutsche Polizeigewerkschaft zum Jahrestags des Amoklaufs in Winnenden an.

Zum Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden hat die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) kritisiert, dass politische Versprechen nicht erfüllt worden seien. "Deutschlands Schulen sind leider nach wie vor keine sicheren Orte. Wir brauchen endlich ein flächendeckendes Frühwarnsystem", sagte DPolG-Vorsitzender Rainer Wendt der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe). In jede Schule gehörten mindestens ein Sozialarbeiter und ein Psychologe, die Probleme der Schüler frühzeitig erkennen könnten.

Wendt sagte: "Trotz aller politischen Versprechen nach den Amokläufen von Erfurt, Emsdetten und Winnenden haben wir hier weiterhin große Defizite." Die Landesregierungen müssten endlich ihre Hausaufgaben machen und massiv in die Schulsicherheit investieren, anstatt nach jedem Amoklauf mit Rufen nach schärferen Gesetzen von ihren Versäumnissen abzulenken, forderte der Gewerkschaftschef.

Dagegen sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach im Sender n-tv, die Schulen seien sicherer geworden, es sind auch neue Alarmpläne ausgearbeitet worden. "Aber wir werden unsere Schulen nicht ganz abschotten und so sicher machen können, dass schulfremde Dritte niemals Zutritt bekommen werden in eine Schule. Ich glaube, das möchten unsere Schulen selber auch nicht."

In den letzten zehn Jahren sei das Waffenrecht drei Mal zum Teil erheblich verschärft worden, sagte Bosbach. Alle Befürchtungen hätten sich in der "waffenrechtlichen Praxis" bis jetzt nicht bestätigt.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Hartfrid Wolff meinte, die Mordtaten nach dem Amoklauf hätten deutlich gemacht, dass es kein einfaches Rezept für den Schutz gebe. "Es ist vor allem eine neue Kultur des Hinsehens gefordert, die Zugang zu Menschen findet, die sich absondern", sagte Wolff.

Der rechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Jerzy Montag, forderte weitere Gesetzesverschärfungen: "Es ist wenig, viel zu wenig geschehen, ein Jahr nach Winnenden." Montag sagte im Saarländischen Rundfunk: "Immer noch werden todbringende Waffen in Privathaushalten gelagert, und wir Grünen fordern, dass damit endlich Schluss ist." Die große Masse der Waffen von Sportschützen müsse "endlich aus den Wohnungen verschwinden." Auch sei ein nationales Waffenregister absolut notwendig.

APN APN

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