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J. Engelmann: "Jede Woche Baby": Wir sollten öfter mal "Ja" sagen

Wer im Alltag häufiger "Ja" sagt, wagt sich in neue Abenteuer. Man muss nicht immer alles verneinen, sondern sollte ergebnisoffener, neugieriger sein. Viele von uns können viel mehr, als sie glauben.

stern-Stimme Julia Engelmann fordert mehr Ergebnisoffenheit, mehr Optimismus und mehr Mut

stern-Stimme Julia Engelmann fordert mehr Ergebnisoffenheit, mehr Optimismus und mehr Mut

Die amerikanische Autorin und Schauspielerin Tina Fey schreibt in ihrem Buch "Bossypants" von vier Regeln, die zu einer guten Theaterimprovisation führen. In einer Improvisationsszene werden Handlung und Rollen während einer laufenden Szene von den Schauspielern selbst entscheiden. Die Regeln setzen also zu dem Zeitpunkt an, an dem das Gegenüber durch eine Aussage eine Entscheidung trifft ("Du hast vergessen unseren Sohn von der Kita abzuholen", legt zum Beispiel fest, dass die beiden Darsteller einen gemeinsamen Sohn haben). Die erste Regel von Tina Fey besagt, dass man zustimmt und "Ja" sagt – zu jeder Situation, in die man in einer Improvisations-Szene geworfen wird. ("Wieso, wir haben doch keinen Sohn" wäre demnach ein nachvollziehbarer Impuls, aber kontraproduktiv). Tina Feys Improvisationsregeln zwei bis drei empfehlen dann, die Situation mit eigenen Ideen zu ergänzen und dabei nur Möglichkeiten anstelle von Fehlern zu sehen.

Das ist eine spannende Metapher, weil sie so wahr ist. Jegliche Theaterimprovisation würde gleich deprimierend verlaufen, wenn der eine Schauspieler dem anderen im ersten Satz klar macht, dass die Situation unlogisch oder falsch ist. Das lässt sich eins zu eins auf den Alltag übertragen. Der Alltag ist voll von unvorhergesehenen Ereignissen. Aber mit dem Finger darauf zu zeigen, ist kontraproduktiv. Darin eine sportliche Herausforderung zu sehen, um daraus mit eigener Kraft etwas Neues zu kreieren, halte ich für eine wünschenswerte Stärke und mindestens für eine gute Handlungsalternative.

Ich erschrecke vor überraschenden Ereignissen

Ich versuche immer zu antizipieren, was als nächstes in meinem Leben passiert. Und wenn ein Ereignis meiner Hochrechnung widerspricht, dann erschrecke ich mich davor und empfinde es als Hürde. In den seltensten Fällen sehe ich darin eine "Chance", etwas Neues zu erschaffen. Als ich Tina Feys Improvisationsregeln zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich: Stimmt! Warum bin ich nicht noch viel ergebnisoffener und neugieriger? Warum sage ich nicht viel öfter "Ja"?

Die amerikanische Serienproduzentin Shonda Rimes geht in ihrem Buch "Year of Yes" noch einen Schritt weiter und schreibt davon, wie sie angefangen hat, zu allem "Ja" zu sagen, wovor sie Angst hatte. Sie hat sich also aktiv und bewusst aus ihrer Komfortzone herausbegeben und Dinge getan, von denen sie weder wusste, wie sie sich selbst dabei verhalten würde, noch, was am Ende dabei rauskommen würde. So hat sie zum Beispiel eine öffentliche Rede gehalten, obwohl sie schreckliche Angst davor hatte und beschreibt, wie sie das "Ja" sagen zu einer Sache dazu bewegt hat, zu noch viel mehr Dingen "Ja" zu sagen. Und dadurch hat sie zunehmend erfahren, dass sie zu viel mehr in der Lage ist, als sie vorher dachte.

Passive Beliebigkeit ist nicht gemeint

"Ja"-sagen sollte natürlich weder zur passiver Beliebigkeit werden, noch aus Mangel an Grenzsetzungsfähigkeiten entstehen. "Nein"-sagen ist mindestens genauso wichtig und ein gutes Konzept, das möchte ich an dieser Stelle unbedingt anmerken. Das eine schließt das andere jedoch nicht aus – es bedingt einander. Dass kritische Reflektion und gesunde Vorsicht lebensnotwendig sind, halte ich für eine Alltagsprämisse.

Das hier ist im Grunde ein Aufruf zu mehr Ergebnisoffenheit, mehr Optimismus und mehr Mut. Das hier ist Werbung für ein Mindset, das auf unvorhergesehene Überraschungen und Veränderungen insgeheim vorbereitet ist und sie als Chancen und nicht als Grenzen ansieht. Das hier ist ein Apell, eine neue Situation erst mal pauschal anzunehmen anstatt zu negieren. Mir gefällt "Ja"-sagen als Haltung dem eigenen Leben gegenüber. Oh ja!

Mein Soundtrack zum Text: „Misery Business“ – Paramore

Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(