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Kanadische Retro-Familie: Leben wie 1986

Videorekorder, Nintendo-Konsole, Wählscheibentelefon: Was für Mittzwanziger heute als "Old school" gilt, ist für eine junge kanadische Familie Alltag. Die McMillans leben wieder wie im Jahr 1986.

Von Julia Holzapfel

Wenn man Blair McMillan danach fragt, wer der zehnte Ministerpräsident seines Heimatlandes ist, dann holt der stämmige Kanadier kein Smartphone aus der Tasche seiner auf Knielänge abgeschnittenen Jeans. Stattdessen geht er zum Bücherregal und schlägt einen Band seiner leicht vergilbten Enzyklopädie auf.

Willkommen in einer Neuauflage des Jahres 1986 - willkommen bei den McMillans in Guelph, Kanada. Hier leben Blair und Morgan, beide 27, mit ihren Söhnen Trey, 5, und Denton, 2, fast wie eine normale Familie. Es gibt nur einen Unterschied: Im Haushalt der McMillans gibt es kein Smartphone, kein Internet - und keine technische Erfindung, die nach dem Jahr 1986 auf den Markt kam. Soll heißen: Telefon: ja, iPhone: nein. Videorekorder: ja, DVD-Player: nein. Videospiele: ja, Playstation: nein. Analogfotos: ja, Instagram: nein. Fernseher: ja, Kabelanschluss: nein.

Im April dieses Jahres startete die Zeitreise in das Jahr 1986. Dabei beschränkt sich die Familie nicht nur auf die Verbannung der Technik: Vater Blair trägt einen "zeitgemäßen" Vokuhila, den er grinsend mit "Vorne Business, hinten Party" kommentiert. Über seiner Oberlippe wächst ein brünetter Schnauzbart, der "Magnum"-Darsteller Tom Selleck neidisch machen würde.

Drinnen swipen statt draußen spielen

Die Idee für das Experiment kam durch ein Erlebnis, das der junge Familienvater Anfang des Jahres hatte. Als er sich im Garten aufhielt, rief er seinen älteren Sohn Trey, er solle doch nach draußen kommen. Trey lehnte ab, er saß gerade auf dem iPad wischend im Haus und hatte keine Lust, mit seinem Vater an der frischen Luft zu spielen. "Das war der Moment, in dem mir klar wurde: Wow, als ich ein Kind war, lebte ich draußen", erzählte der Vater den Reportern der "Toronto Sun", die die Familie zu Hause besuchten. Er hatte das Gefühl, dass seine Söhne durch all die technischen Spielereien um ihre unbeschwerte Kindheit betrogen werden könnten.

Daraufhin trafen Blair und Morgan die Entscheidung für die Zeitreise sehr schnell: Sie zogen in ein 80er-Jahre-Haus und alles was jünger als von 1986 war, zog nicht mit um. Das Smartphone kam weg, der Facebook-Account wurde gelöscht, das Kabelfernsehen abgemeldet. Für Gäste stellten die McMillans vor der Haustür eine Kiste auf, in der elektronische Geräte der Nach-1986-Zeit lagern, solange die Besucher sich bei der Familie aufhalten.

Für Morgan McMillan war der Abschied von modernem Wohnkomfort, technischen Neuerungen - und einem anständig frisierten Partner - nicht leicht. "Ich dachte mir nur, Blair ist verrückt geworden. Ich konnte nicht glauben, dass ich für das Experiment mein Facebook-Profil löschen musste." Mittlerweile lebt auch Mama McMillan glücklich in der Vergangenheit. Seit April habe sie schon 15 Bücher gelesen, erzählt sie stolz.

Schwieriger Retro-Arbeitsalltag

Vater McMillan hatte in den ersten Tagen nach der Umstellung noch Schwierigkeiten, die sich wie Phantomschmerzen äußerten: "Es war seltsam, kein Handy mehr am Körper zu haben. Ständig fühlte es sich so an, als würde meine Hosentasche vibrieren." Mittlerweile haben sich aber Geist und Körper an die Vergangenheit gewöhnt, auch wenn es manchmal umständlich ist: Um die Musik seiner Lieblingskünstler auf seinem rosaroten Kassettenrecorder abzuspielen, muss McMillan an die Interpreten schreiben, damit sie ihm Kassetten zuschicken. Im Musikladen bekommt er derartige Tonträger nicht.

So amüsant der Zurück-in-die-Vergangenheit-Lifestyle auch klingt, für Blair McMillan hatte die Zeitreise negative Auswirkungen auf seinen Job. Er verlor einen bedeutenden Geschäftspartner, weil der sich nicht darauf einließ, ihm wichtige Dokumente per Fax zu schicken. Auch die Suche nach neuen Partnerunternehmen gestaltet sich schwierig, so ganz ohne E-Mail.

Die Kinder hingegen hätten die Umstellung problemlos mitgemacht. "Der Umzug hat uns geholfen. Der Fünfjährige verbindet Dinge wie Mobiltelefon, Tablet oder Computer mit dem alten Haus. Im neuen Haus gibt es das einfach nicht mehr, das ist für ihn ganz normal", sagte McMillan im kanadischen Fernsehen. Und den Vokuhila von Papa tragen die Söhne jetzt auch.

Ein Experiment für die Zukunft?

Geplant ist, dass die McMillans ihr 1986er Leben nach einem Jahr beenden und im April 2014 wieder in die technische Gegenwart zurückkehren. Ganz festgelegt hat sich Blair McMillan aber noch nicht. Er könnte sich auch vorstellen, sein Leben so weiterzuführen bis die Kinder im Teenageralter sind: "Die Leute sagen, das wäre unmöglich. Aber man weiß nie, vielleicht ginge es auch."

Einen Schönheitsfehler hat die Retro-Gerätesammlung allerdings: Ihr Auto, einen Kia aus dem Jahr 2010, fahren die McMillans nach wie vor. Doch statt einer fremden Frauenstimme aus einem Navigationsgerät zu lauschen, hört Blair nun die Stimme von Morgan und das Rascheln einer Straßenkarte.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.