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"Demütigung und Machtmissbrauch" Frauen verklagen Katar wegen Zwangsuntersuchungen im Intimbereich am Flughafen Doha

Ein Flugzeug der Qatar Airqays (Symbolfoto)
Dutzende australische Frauen ergreifen rechtliche Schritte gegen Katar und Qatar Airways, nachdem sie vaginalen Zwangsuntersuchungen unterzogen wurden (Symbolfoto)
© Karim Jaafar / AFP
Dutzende Frauen berichten über erzwungene Untersuchungen im Intimbereich durch Flughafenpersonal. Grund war die Suche nach der Mutter eines verlassenen Babys am Flughafen von Doha.

Eine Gruppe von Frauen wollen Katar wegen gynäkologischer Zwangsuntersuchungen auf dem Flughafen in Doha verklagen. Sieben betroffene Passagierinnen planten rechtliche Schritte, um "eine Botschaft an die katarischen Behörden zu senden", sagte der in Sydney ansässige Anwalt Damian Sturzaker der Nachrichtenagentur AFP. Frauen "kann man nicht auf diese Weise behandeln".

Frauen aus insgesamt zehn Flugzeugen, darunter 13 Australierinnen, waren Ende des vergangenen Jahres im Flughafen in Doha Zwangsuntersuchungen unterzogen worden.  Die Übergriffe sind weiter gegen eine unbekannte Anzahl von Frauen anderer Nationalitäten verübt wurden. Anlass war die Entdeckung eines in Plastik gewickelten Säuglings auf einer Flughafentoilette.

Die Frauen mussten ohne Begründung ihre Unterwäsche ausziehen

"Sie hat unter meine Hose und meine Unterwäsche gegriffen und sie ausgezogen", sagte eine der betroffenen Frauen der britischen Zeitung "Daily Mail". "Es war eine Demütigung, ein Machtmissbrauch und eine Verletzung meiner Menschenrechte."

"Die Gruppe von Frauen hat an dem betreffenden Abend, der nun etwas mehr als ein Jahr zurückliegt, enorme Qualen erlitten und leidet weiterhin unter den Folgen der Geschehnisse", sagte der Anwalt Sturzaker. Sie forderten nun eine förmliche Entschuldigung, eine Entschädigung und Schutz für zukünftige Passagiere. Obwohl es damals eine kritische Reaktion der Behörden Qatars gab, wurden keine Maßnahmen gegen die Übergriffe ergriffen, führt der Daily Mail aus.

Katar ist eine ultrakonservative muslimische Monarchie, in der Sex und Geburten außerhalb der Ehe mit Gefängnis bestraft werden können. Insbesondere mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 befürchtete das Golf-Emirat einen nachhaltigen Imageschaden. Die Behörden kündigten Ermittlungen an, der Regierungschef entschuldigte sich.

Eine von den Opfern angestrebte Schlichtung blieb bisher erfolglos

Sturzaker beklagte jedoch, dass die betroffenen Frauen nicht über Verbesserungen der Flughafenverfahren informiert worden seien. Ihre Versuche, eine Schlichtung zu erreichen, seien erfolglos geblieben. Sie wollten auch vor der Weltmeisterschaft auf ihren Fall aufmerksam machen. Besucher des Turniers "sollten sich darüber im Klaren sein, dass (...) diese Ereignisse passiert sind und sich jederzeit wiederholen können", sagte der Anwalt.

Die Klagen sollen demnach in den kommenden Wochen in Australien eingereicht werden. Sie richten sich gegen die katarische Luftfahrbehörde, den Hama International Airport, die Airline Qatar Airways sowie die Regierung des Landes.

Quelle: dpa, Daily Mail

nib DPA

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