HOME

Getötete US-Geisel: Vater von Kayla Mueller prangert Lösegeldpolitik an

Die humanitäre Helferin Kayla Mueller wurde vom Islamischen Staat in Syrien entführt und kam dort ums Leben. Ihr Vater kritisiert nun die US-Regierung. Politik sei ihr wichtiger als Menschen.

Carl Mueller mit seiner Tochter Kayla

Carl Mueller mit seiner Tochter Kayla

Nach dem Tod der US-Geisel Kayla Mueller hat der Vater der jungen Frau die Lösegeldpolitik der US-Regierung kritisiert. "Wir verstehen die Politik, keine Lösegelder zu zahlen", sagte Carl Mueller dem Fernsehsender NBC in einem am Sonntag gesendeten Interview.

"Aber andererseits dürften alle Eltern da draußen verstehen, dass man alles will, und dass alles getan wird, um dein Kind nach Hause zu bringen", sagte Mueller. "Und wir haben es versucht. Und wir haben gebeten. Aber sie stellen Politik über das Leben amerikanischer Bürger."

Das Interview Muellers zusammen mit seiner Frau Masha und dem gemeinsamen Sohn Eric wurde am Samstag aufgezeichnet. Auf die Frage, ob die Regierung von Präsident Barack Obama genug getan habe, um ihre Tochter zu befreien, antwortete Masha Mueller: "Ich denke, sie wollten. Aber ich denke wieder, es ist die Politik." Niemand habe sich vorstellen können, dass die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat so mächtig werden würde.

Obama verteidigt Entscheidung Washingtons

Die 26-jährige Nothelferin aus Arizona war im August 2013 in Aleppo verschleppt worden und in die Hände des IS geraten. Obama und Muellers Familie gaben ihren Tod am 10. Februar bekannt. Nach IS-Angaben starb sie bei Luftangriffen der internationalen Militärkoalition. Washington bestritt dies.

Anders als mehrere europäische Regierungen zahlen die USA niemals Lösegeld. In jüngster Zeit kamen mehrere europäische Geiseln frei, nachdem offenbar Lösegeld gezahlt worden war.

Obama verteidigte vor wenigen Tagen die Entscheidung Washingtons, grundsätzlich kein Lösegeld zu zahlen. "Sobald wird dies täten, würden wir nicht nur das Abschlachten unschuldiger Menschen finanzieren und ihre Organisation stärken, sondern US-Bürger zu noch größeren Zielen für künftige Geiselnahmen machen", sagte Obama.

mka/AFP / AFP
Themen in diesem Artikel