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Bereits im Januar gefunden Kinderleiche an Norwegens Küste identifiziert: Es ist ein 15 Monate altes Flüchtlingskind aus dem Iran

27. Oktober 2020: Ein französischer Rettungshubschrauber landet in der Nähe eines Rettungsschiffes in Dünkirchen. Bei der Überfahrt von Frankreich in Richtung Großbritannien sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Das Boot der Migranten sei gekentert, teilte die Nichtregierungsorganisation Channel Rescue mit. 
27. Oktober 2020: Ein französischer Rettungshubschrauber landet in der Nähe eines Rettungsschiffes in Dünkirchen. Bei der Überfahrt von Frankreich in Richtung Großbritannien sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Das Boot der Migranten sei gekentert, teilte die Nichtregierungsorganisation Channel Rescue mit. 
© AP / DPA
Am Neujahrstag wurde an der norwegischen Küste die Leiche eines kleinen Kindes angespült. Lange war der Fall ein Rätsel. Nun wurde die Identität des toten Jungen geklärt – und auch sein Schicksal.

Es war eine schreckliche Entdeckung: Am 1. Januar wurde die Leiche eines kleinen Kindes an der Küste der norwegischen Insel Karmøy gefunden. Der Fall wurde zu einem Mysterium für die ermittelnden Behörden, da in Norwegen zu diesem Zeitpunkt kein Kind als vermisst galt, wie der norwegische Rundfunk NRK berichtete. Kleidungsstücke und eine Rettungsweste seien aber Hinweise darauf gewesen, dass der Junge aus dem Ausland stammte.

Nun gibt es Gewissheit über die Identität des toten Kindes. Bei dem nur 15 Monate alten Jungen handelt es sich um Artin I. "Er ist iranischer Abstammung und am 27. Oktober letzten Jahres bei einem Schiffbruch im Ärmelkanal vor Frankreichs verschwunden", sagte die Ermittlerin Camilla Tjelle Waage laut einer Pressemitteilung der norwegischen Polizei. Beide Eltern sowie Artins zwei ältere Geschwister wurden demnach nach dem Unglück mit dem Flüchtlingsboot tot aufgefunden. Der Rest der Familie wurde benachrichtigt. 

Vergleich von DNA bringt Gewissheit

Bei der Autopsie des Jungen wurde Material für die DNA-Analyse sichergestellt und ein vollständiges DNA-Profil im Universitätskrankenhaus Oslo erstellt. Die Nationale Identifikationsgruppe der Kriminalpolizei hat den Polizeibezirk Südwest bei der Suche nach einer DNA-Übereinstimmung unterstützt.

Die Polizei hatte schon früh die Hypothese, dass es sich um Artin I. handeln könnte, da es bereits Bilder des Jungen mit der gleichen Kleidung gab, wie sie bei der bei der Leiche gefunden wurde. "Wir haben einige Tipps zu diesem Jungen bekommen und Bilder von ihm haben die Theorie bestärkt. Trotzdem war es uns wichtig, nicht voreilig zu einem Schluss zu kommen", so Waage.

"Als sich herausstellte, dass ein Verwandter des Jungen in Norwegen ein enges Verwandtschaftsverhältnis zu ihm hatte, haben wir uns entschlossen, seine DNA mit der des Jungen zu vergleichen. Dies ist ein mühsamer Prozess, aber wir freuen uns, dass wir jetzt die Bestätigung erhalten haben, dass es sich um den vermissten Jungen handelt." Die Geschichte sei tragisch, aber es sei zumindest gut, den Überlebenden eine Antwort geben zu können, sagte Waage weiter. 

Unglück mit Flüchtlingsboot bereits im Oktober

Artin I. war mit seiner Familie und weiteren Geflüchteten bei schlechtem Wetter auf dem Weg vom französischen Dünkirchen nach Großbritannien, wie norwegische Medien sowie die britische BBC berichten. Die Familie kurdischer Abstammung habe den Iran im August verlassen und sei über die Türkei und Italien bis nach Frankreich gelangt. Der Fundort der Leiche in Norwegen liegt mehr als 900 Kilometer von Dünkirchen entfernt.

Die sterblichen Überreste von Artin I. sollen nun in den Iran überführt werden, so die BBC.

Quellen: Polizei Norwegen, NRK, "VG", BBC

rw

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