Klagemauer Barack Obamas Gebet veröffentlicht


Nichts bleibt mehr geheim: Eine israelische Zeitung hat den Inhalt des Gebetszettels veröffentlicht, den Barack Obama bei seinem Besuch an der Klagemauer in Jerusalem zwischen die Steine gesteckt hatte. Der demokratische Präsidentschaftsbewerber hatte den Ort zum Abschluss seiner Nahostreise besucht.

Die Veröffentlichung eines schriftlichen Gebets des demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbers Barack Obama in einer israelischen Zeitung hat für Empörung gesorgt. Israelische Medien berichteten, ein Rechtsanwalt habe bei Generalstaatsanwalt Menachem Masus die Aufnahme polizeilicher Ermittlungen gegen die Zeitung "Maariv" beantragt. Das Blatt hatte den Inhalt des Gebetszettels abgedruckt, den Obama zum Abschluss seiner Nahostreise in die Klagemauer in Jerusalems Altstadt gesteckt hatte.

Die Zeitung habe damit die "Privatsphäre und Ehre von Senator Obama sowie die Gefühle jedes israelischen Bürgers und die Heiligkeit der Klagemauer verletzt", sagte der Rechtsanwalt Schachar Elon nach Angaben der "Jerusalem Post". Er forderte zudem zu einem Boykott von "Maariv" auf, bis die Zeitung sich öffentlich entschuldige.

"Maariv" teilte angesichts der Kritik mit, das Gebet Obamas sei zur Veröffentlichung freigegeben worden, kurz nachdem er es im King-David-Hotel in Jerusalem geschrieben habe. Weil Obama nicht Jude sei, bedeute der Abdruck des Gebets auch keine Verletzung seiner Privatsphäre, hieß es in der Stellungnahme.

Die Zettel, die gläubige Juden in die Klagemauer stecken, sind nach jüdischer Tradition nur für Gott bestimmt und dürfen nicht von anderen gelesen werden. Die zusammengefalteten Blättchen werden zweimal im Jahr aus der Wand genommen und an einem sicheren Ort aufbewahrt, um die Privatsphäre der Betenden zu gewährleisten.

Auf dem Zettel, den das Blatt auf seiner Titelseite abgedruckt hatte, bittet Obama unter anderem um Weisheit bei seinen Entscheidungen. Der Rabbiner der Klagemauer steckte den Zettel inzwischen zurück zwischen die uralten Steine.

DPA DPA

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