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Klinikärzte streiken: Keine schnelle Einigung in Sicht

Im Tarifkonflikt der kommunalen Krankenhausärzte glaubt die Gewerkschaft nicht an eine rasche Lösung. Ein Tarifabschluss in der bis zum Dienstag angesetzten Verhandlungsrunde "ist nicht sehr wahrscheinlich", sagte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, der "Stuttgarter Zeitung".

Im Tarifkonflikt der kommunalen Krankenhausärzte glaubt die Gewerkschaft nicht an eine rasche Lösung. Ein Tarifabschluss in der bis zum (morgigen) Dienstag angesetzten Verhandlungsrunde "ist nicht sehr wahrscheinlich", sagte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, der "Stuttgarter Zeitung". Unmittelbar vor Beginn der vierten Verhandlungsrunde am Montagabend in Köln traten zahlreiche Ärzte in den Warnstreik. Patienten mussten sich in der gesamten Republik auf Einschränkungen einstellen.

In Nordrhein-Westfalen waren der Gewerkschaft zufolge rund 60 von insgesamt 80 kommunalen Krankenhäusern von den Ausständen betroffen. Für 13.00 Uhr hat der Marburger Bund eine zentrale Protestkundgebung in Köln geplant. Die medizinische Notversorgung und dringende Eingriffe sollten trotz der Arbeitsniederlegungen aber gesichert sein. Die Arbeitgeber rechneten auf DAPD-Nachfrage mit schwierigen Verhandlungen.

In dem Tarifkonflikt geht es vor allem um die Bezahlung. Der Marburger Bund fordert neben einer linearen Gehaltserhöhung um fünf Prozent auch Verbesserungen bei der Vergütung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen.

Henke warf den kommunalen Arbeitgebern vor, "viel Öl ins Feuer gegossen zu haben". Die Unterbesetzung auf den Stationen mache den Ärzten sehr zu schaffen. "Wenn das so weitergeht, befürchten wir einen Anstieg innerhalb der nächsten vier Jahre von jetzt 5.000 auf 10.000 unbesetzte Stellen", sagte der Gewerkschaftschef dem Interview zufolge. Schon jetzt machten zwei Ärzte das, was früher drei oder vier gemacht hätten. Viele Häuser lösen ihre Besetzungsprobleme dadurch, dass sie Honorarärzte einkaufen. 4.000 bis 5.000 Wanderärzte seien in den deutschen Krankenhäusern unterwegs. Darüber hinaus müssen die verbliebenen Ärzte die zusätzliche Arbeit bewältigen und immer mehr Bereitschaftsdienste leisten.

Die Arbeitgeber kritisierten das Vorgehen der Mediziner. "Wir können den Tarifkonflikt nur am Verhandlungstisch lösen. Die kommunalen Arbeitgeber sind hierzu bereit und haben bereits in der letzten Runde entsprechende Eckpunkte für einen Tarifabschluss vorgelegt", erklärte Joachim Finklenburg, der für die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände die Verhandlungen führt. Ob es bis Dienstag zu einer Einigung komme, sei nicht absehbar, sagte eine Sprecherin.

Der Verband bietet den Ärzten nach eigenen Angaben eine Gehaltserhöhung von 2,3 Prozent bei einer Laufzeit von 26 Monaten. Hinzu kommen demnach ärztespezifische Regelungen.

Die dritte Verhandlungsrunde für die rund 55.000 Ärzte an bundesweit gut 800 kommunalen Kliniken war am 9. März ohne Annäherung vertagt worden.

APN / APN