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Konfetti und kalte Füße: Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 geht zuende

Flammenwerfer, Feuerwerk, Fassadentanz und Konfettikanonen - zum Abschluss hat die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 noch einmal alle Showregister gezogen. An die Eröffnungsfeier im Schneetreiben Anfang Januar kam sie aber nicht heran.

Zum Ende des Kulturhauptstadt-Jahres im Ruhrgebiet haben sich Organisatoren und Politiker zufrieden gezeigt. "Ich glaube, die europäische Jury hätte keine bessere Wahl treffen können, als Essen zur Kulturhauptstadt zu machen", sagte der Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH, Fritz Pleitgen, am Samstag.

Mit großen Abschlussveranstaltungen in Gelsenkirchen, Dortmund, Essen und Duisburg endete am Samstagabend das Kulturhauptstadtjahr. Hauptschauplatz war der Gelsenkirchener Nordsternpark. Unter dem ehemaligen Förderturm, der mit der "Herkules"-Skulptur von Markus Lüpertz ein neues Wahrzeichen der Region trägt, ließen die Veranstalter Lichtinszenierungen, Projektionen und pyrotechnischen Effekten die Ereignisse des Jahres in großen Bildern Revue passieren.

Land will Ruhrgebiet weiter fördern

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) blickte positiv auf das Jahr 2010 zurück. Es sei fantastisch gewesen. "Ich bin begeistert und das Wichtigste ist, dass die Bürgerinnen und Bürger stolz sind auf ihre Region", sagte Kraft weiter. Bei ihr habe sich das Bild der A 40 am intensivsten eingeprägt, als sich im Juli die meist befahrene Schnellstraße unter der Überschrift "Still-Leben" in einen kulturellen Boulevard verwandelt habe. Das Land werde das Ruhrgebiet weiter unterstützen, sagte die Regierungschefin, die selbst aus dem Revier kommt.

Oliver Scheytt, Co-Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH, sagte: "Sowohl das Land als auch der Regionalverband Ruhr haben ihre Unterstützung mit jeweils 2,4 Millionen Euro für das kommende Jahr zugesagt." Die vergangenen "52 Flitterwochen" hätten somit etwas Dauerhaftes hervorgebracht, sagte der SPD-Kulturpolitiker weiter. Es sei zudem ein neues Gemeinschaftsgefühl sowie ein neues Selbstbewusstsein im Ruhrgebiet entstanden.

Das Kulturhauptstadtjahr vereinte Veranstaltungen in den 53 Kommunen der Ruhrgebiets in einem Programm. Nach Angaben der Ruhr.2010 GmbH gab es mehr als 5.600 Veranstaltungen, die rund 10,5 Millionen Menschen besuchten. Stellvertretend für das Ruhrgebiet war Essen, genauso wie das ungarische Pécs und Istanbul, Kulturhauptstadt des Kontinents in diesem Jahr. 2011 tragen Tallinn (Estland) und Turku (Finnland) diesen Titel.

Ruhr.2010 überschattet von Loveparade-Unglück

Das Ruhr.2010-Jahr wurde überschattet von der Katastrophe bei der Duisburger Loveparade am 24. Juli. Die Technoparade war ins Veranstaltungsprogramm des Hauptstadt-Programms aufgenommen worden. Bei einer Massenpanik auf der Loveparade kamen 21 Menschen zu Tode, mehr als 500 wurden verletzt.

Sabine Latterner, DAPD / dapd