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Pyramiden-Systems: Mae Manee versetzte Thailand in einen Goldrausch – jetzt ist die Betrügerin auf der Flucht

Mae Manee gab sich als Prominente aus. Mit ihrem luxuriösen Lebensstil und einem glänzenden Goldladen überzeugte sie viele Thailänderinnen, ihr das Ersparte anzuvertrauen.

Mit Prunk Anzeigen bewarb Mae Manee ihren Schwindel.

Mit Prunk Anzeigen bewarb Mae Manee ihren Schwindel.

Mae Manee, 28, lebte in Udon Thani, Nordthailand, auf großem Fuß. Die Quelle ihres Wohlstandes war angeblich der Handel mit Gold – Manee hatte eine glückliche Hand mit dem Edelmetall, das gab sie jedenfalls vor. Nun stellte sich heraus, ihre Investmentfirma und ein Gold-Geschäft waren ein Schwindel.

Protz lockte Anleger an

Mit der glänzenden Fassade täuschte Manee gutgläubige Investoren. Fast 3000 Menschen sollen der Frau umgerechnet etwa 25 Millionen Euro anvertraut haben.

Ihnen machte Mae Manee vor, dass sie mit ihrem Investment einen Gewinn von 93 Prozent machen könnten. Das stimmte nicht, das ganze Goldladen war ein Betrug nach Art eines Schneeballsystems. Mit den Einnahmen finanzierte Mae Manee vor allem ihren luxuriösen Lebensstil. Gern teilte sie Fotos, auf denen sie mit Prominenten plauderte. Sie gab sich auch als TV-Produzentin aus. Ihr Luxusleben überzeugte die Anleger wiederum, dass die Geschäfte mit ihrem Investitionsprogramm ausgezeichnet liefen. Tatsächlich wurden überhaupt keine Anlagen getätigt. Die ganze Firma bestand aus einem Tisch in einer Ecke des Ladens.

Klassisches Pyramiden-System

Die Ermittlungen wurden aufgenommen, nachdem etwa 120 Personen bei der Polizei von Udon Thani angaben, dass sie betrogen worden waren.

Die meisten Opfer sind arme Hausfrauen, die nach zusätzlichen Einkommensmöglichkeiten suchten. Das System ist ein klassisches Pyramiden-Spiel, das darauf basiert, dass die Teilnehmer immer neue Mitspieler im Bekanntenkreis rekrutieren und so in der Pyramide nach oben rücken. Weil die Getäuschten Verwandte und Bekannte in das Programm lockten, ist die Verzweiflung und der Gesichtsverlust besonders groß. Thailändische Medien berichten von Selbstmorden. Inzwischen haben die Behörden das Vermögen der Betrügerin eingefroren. Doch die verspottet die Polizei in den sozialen Medien: "Ihr dachtet, ihr würdet mich schnappen und alles bekommen? Ha, ich kann immer mehr Geld finden."

Davor postete sie: "Das Gefängnis ist für Leute, die keine Kämpfer sind, und ich bin ein Kämpfer ... Ich habe nie jemand im Stich gelassen, und ich bin nicht so, wie die Nachrichten sagen. Ich bin hier das Opfer von Verleumdungen, Angriffen und Drohungen."

Quellen: Khaosodenglish / "The Guardian"

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